Jetzt starten auch die Discounter-Gegner ein Bürgerbegehren

Kottgeisering – Nachdem der Gemeinderat dem jüngst beantragten Bürgerentscheid zur Forderung der Ansiedlung eines Discounters kein Ratsbegehren entgegengesetzt hat, tut dies jetzt eine andere Interessensgruppe und fordert, genau das zu verhindern. Verantwortlich für den Antrag des Bürgerentscheides zeichnen Sabine Seemann, Günther Krenn und Rita Hirtl, die mit einigen Helfern die erforderlichen knapp 130 Unterschriften sammeln wollen.

Start war beim Wochenmarkt am vergangenen Freitag, wo 80 Unterschriften zusammengekommen seien. „Dabei haben wir gemerkt, dass viele Leute aus Frust darüber unterschrieben haben, dass zu wenig passiert“, berichtet Sabine Seemann. „Denn einige haben uns erzählt, dass sie bereits auf der Liste dafür unterschrieben haben und taten dasselbe auf unserer Liste dagegen“, so die Ingenieurin. Denn die Fragebogenaktion zum Einkaufsverhalten, die ein Arbeitskreis seit mehr als einem halben Jahr zusammen mit einem Dorfladen-Experten vorbereitete, wurde nie gestartet und nach der Feststellung der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens pro Discounter ganz fallen gelassen.

Aus Frust dürfe man aber kein Landschaftsschutzgebiet zerstören, so das Hauptargument der Discounter-Gegener. Und dass genau das mit der Ansiedlung des Discounters zwischen Altdorf und Kreuzackersiedlung passieren würde, sei im ersten Bürgerentscheid verschwiegen worden.

So hätten auch einige bei der Contra-Liste unterschrieben, weil sie sich zwar einen Discounter vorstellen könnten, aber nicht im Landschaftsschutzgebiet. Genauso stört die Initiatoren des Gegenentscheides, dass so getan werde, als ob Kottgeisering hoffnungslos unterversorgt sei. Neben der Bäckerei, in der es auch Zeitungen, Wurst und Molkereiprodukte gebe, kommt einmal in der Woche ein Metzgereiwagen und ein Obst- und Gemüsehändler. Sogar ein Fischhändler würde regelmäßig im Ort Station machen, was aber kaum ein Mensch wüsste.

„Nur dagegen zu sein reicht uns aber nicht, wir wollen dorftypische und regionale Einkaufsmöglichkeiten schaffen und in die Diskussion mehr Dynamik hineinbringen“, so Rita Hirtl gegenüber dem Tagblatt. Ende Mai wollen die Initiatoren die Unterschriften der Bürgermeisterin übergeben, in der Gemeinderatssitzung am 6. Juni soll der Rat über die Zulässigkeit entscheiden, am 17. Juli sollen die Bürger über beide Begehren gleichzeitig abstimmen. (mjk)

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