Pferde stehen beim Willibaldritt in Jesenwang im Zentrum des Geschehens.

Wie der Veranstalter das begründet

Jetzt steht es fest: Willibaldritt in Jesenwang fällt aus

  • Andreas Daschner
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Der Willibaldritt in Jesenwang hat eine lange Tradition. Nun fällt auch er der Corona-Krise zum Opfer. Der Veranstalter begründet dies nicht nur mit dem Abstandsproblem.

Jesenwang – Erstmals seit den 1970er-Jahren findet in Jesenwang heuer kein Willibaldritt statt. Die für den 5. Juli geplante, Jahrhunderte alte Traditionsveranstaltung fällt den Beschränkungen der Corona-Krise zum Opfer. Ob sie heuer noch nachgeholt wird, ist unklar.

Seit 1712, als die Jesenwanger nach einer überstandenen Tierseuche den Umritt zu Ehren des Heiligen Willibald gelobten, gab es überhaupt nur wenige Ausnahmen, bei denen die Traditionsveranstaltung nicht stattfand. Ab 1963 bis kurz nach Gründung des Freundeskreises St. Willibald konnten die Pferde und Kutschen rund 15 Jahre aufgrund der Baufälligkeit des kleinen Gotteshauses in der Gemeinde Jesenwang nicht reiten. Ansonsten bremsten nicht einmal die Säkularisation und zwei Weltkriege den Umritt aus, wie der Freundeskreis-Vorsitzende Martin Schmid betont.

Willibaldritt in Jesenwang: Neuer Termin noch im gleichen Jahr?

„Wir können nicht gewährleisten, dass Sicherheitsabstände eingehalten werden“, sagt Schmid. „So macht es auch keinen Sinn, nur Reiter einzuladen und auf Kapellen und Kutschen mit Personenbesetzung zu verzichten.“ Wie Schmid in Erfahrung brachte, gelten Großveranstaltungen erst ab 5000 Personen als solche. „Die haben wir in der Regel zwar nicht, aber wenn alles andere ausfällt, wären zu uns wahrscheinlich sogar 10 000 Menschen gekommen.“

Ob der Ritt 2020 nachgeholt werden kann, will der Freundeskreis erst nach dem 31. August entscheiden. Bis dahin dauert das Verbot für Großveranstaltungen noch an. Allerdings rechnet Schmid eher damit, dass es auch im Jahr 2021 noch starke Einschränkungen geben wird. Dennoch hofft er, „dass wir am 4. Juli 2021 den Willibaldritt wieder stattfinden lassen können“.

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