Derzeit steht nur ein Holzgerüst im Graßlflinger Moos beim Gasthaus Haderecker, doch das wird sich ändern: Der Josefiverein will dort eine Kapelle zu Ehren seines Heiligen errichten. Bauherr ist Vize-Vorsitzender Ernst Sirtl. Foto: peter weber

Beim Haderecker

Josefiverein baut Kapelle im Moos

Graßlfing – Der Josefiverein Graßlfing/Allach will im Moos eine Kapelle zu Ehren seines Patrons errichten. Dafür hat er sich einen ganz besonderen Baumeister ausgesucht.

Der Heilige Josef von Nazareth hat in der römisch-katholischen Kirche große Bedeutung. Im Fürstentum Lichtenstein, in Spanien und in überwiegend katholischen Regionen der Schweiz ist dem Bräutigam der Mutter Gottes bis heute ein Feiertag gewidmet. Auch in Bayern war Josefi, der 19. März, bis 1968 Feiertag.

Der Vorname Josef oder Joseph ist nach wie vor stark verbreitet. Zudem widmen sich zahlreiche Vereine dem Patron der Arbeiter, insbesondere der Handwerker, auch der Josefi-Verein Graßlfing/Allach. Um ihrem Heiligen besonders zu gedenken, wollen die Mitglieder demnächst eine Kapelle errichten und ihm widmen.

Bauherr der Kapelle ist der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, der Wirt des Gasthauses Haderecker, Ernst Sirtl. Der Josefiverein wird die Patenschaft über die Kapelle übernehmen. Nahe dem Gasthof Haderecker wird das kleine Gotteshaus entstehen. Der Olchinger Bauausschuss hat dazu nun grünes Licht gegeben. Sobald das Landratsamt den Plan gutheißt, wird mit dem Bau begonnen.

Entworfen hat die Kapelle ein ganz besonderer Baumeister: der Olchinger Bauamtsleiter Markus Brunnhuber. Für Brunnhuber, der den Entwurf unentgeltlich gefertigt hat, ist die Planung eines kirchlichen Gebäudes etwas ganz Besonderes. „Eine solche Chance hat man selten“, schwärmt er.

Die Idee dem Heiligen Josef eine Kapelle zu widmen ist bereits vor Jahren entstanden. Zunächst war nach Abschaffung des Feiertages zu Ehren des Heiligen Josef Ende der 1960-er Jahre im Moos große Trauer ausgebrochen, erinnert sich Sirtl. Am Stammtisch wurde viel darüber geredet, auch geschimpft, dass die Heilige Maria zwar nach wie vor verehrt wird, der Heilige Josef aber nach und nach verschwindet.

2007 stand dann der Entschluss fest, dem Heiligen Josef einen Verein zu widmen. Am 19. März 2007 war es soweit, 16 Gründungsmitglieder hoben den Josefi-Verein aus der Taufe. Mittlerweile ist der Verein auf 230 Mitglieder angewachsen. Als dann einige Zeit später der Verein sich ein finanzielles Polster zugelegt hatte, kam die Idee auf, dem Josef ein Marterl zu weihen.

Doch aus dem Marterl wurde dann eine Kapelle. Ernst Sirtl stellte den Grund zur Verfügung, am Südende des Parkplatzes an der Straße wird die kleine Feldkapelle entstehen. Sie wird der Gastwirtschaft Haderecker zugewandt sein und eine Grundfläche von neun Quadratmetern haben. Beraten und auch handwerklich unterstützt wird Sirtl durch den Gröbenzeller Stukkateurmeister Thomas Decker, der im Laufe seines Berufslebens immer wieder auch in kirchlichen Gebäuden tätig geworden ist.

Auf dessen Rat werden alte Materialien für den Bau der Kapelle verwendet und es wird nach alter Handwerkskunst gebaut, berichtet Sirtl. Die Kapelle wird daher aus Vollziegeln entstehen. Diese haben den Vorteil, dass sie Temperaturschwankungen langsamer übertragen, die Wände werden mittels Handarbeit mit Sumpfkalkputz weiß gekalkt werden. Ausgestattet wird sie mit einem kleinen Altar und vermutlich bis zu vier Kniebänken.

Auf dem Altar soll der heilige Josef ein Zuhause finden. Die Figur wird allerdings noch gesucht. Die Kosten für den Bau sind noch offen. Da zahlreiche Vereinsmitglieder handwerkliche Berufe ausüben, wird viel Eigenleistung erfolgen, erläutert Sirtl. Tragen wird die Kosten der Verein, unterstützt durch Sirtl. (sus)

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