Chefin vor Ort: die Lannacher Biologin Eva Hengsberger. Fotos: tb

Auf nach Lannach

Junge Allinger sollen Natur der Partnergemeinde pflegen

Alling – Auf Kosten der EU ins Ausland fahren, ein wenig in der Natur werkeln und abends mit Gleichaltrigen zusammen sein? Für einige junge Leute aus Alling könnte so ein mehrtägiger Erlebnis-Urlaub im August Wirklichkeit werden.

 In der Partnergemeinde Lannach plant eine ortsansässige Biologin mit dem Naturschutzbund Steiermark und dem Rathaus ein internationales Umwelt-Camp. Deutsche und österreichische Teilnehmer sollen den Teichpark generalüberholen, ein Biotop in einem alten Ziegeleigelände. Solche Vorhaben werden von dem EU-Projekt „Erasmus+“ gefördert.

Leiterin vor Ort ist Eva Hengsberger, die im nahen Graz Biologie studiert. Zufällig kommt der Vorsitzende der steirischen Naturschützer auch aus Lannach, Bürgermeister Josef Niggas zeigte sich ebenfalls aufgeschlossen – und sagte zu, notfalls die Kosten von der Gemeinde übernehmen zu lassen, falls aus Brüssel wider Erwarten kein grünes Licht kommt.

Sanierungsbedürftiges Schmuckstück: Der Teichpark im österreichischen Lannach soll mit Allinger Hilfe auf Vordermann gebracht werden.

Schauplatz der Umweltwoche ist eine längst stillgelegte Tonfabrik. Die Lehmgruben haben sich im Laufe der Zeit mit Wasser gefüllt, in insgesamt 19 Tümpeln und Sumpflöchern siedelte sich seltene Flora und Fauna an. Vor rund 20 Jahren wurde dieser Teichpark zu einem Teil unter Schutz gestellt, zu einem anderen Teil mit Lehrpfaden zum Freilandklassenzimmer. Die Infrastruktur soll jetzt auf Vordermann gebracht beziehungsweise erweitert werden. Zu den Vorhaben zählt der Bau einer hölzernen Hirschkäferburg, für die Reptilien könnte eine künstliche Unterkunft aus Stein entstehen.

Nur Malochen in der steirischen August-Hitze ist natürlich nicht angesagt. „Die sollen nicht fix und fertig sein nach einer Woche“, sagt Hengsberger, die auch eine Fledermaus-Nacht mit Führung durch Experten und einen Grillabend mit Einheimischen plant. Zum Abschluss stellt sie sich vor, dass die Teilnehmer die Bevölkerung durch den renovierten Teichpark führen. Auch in Lannach, weiß die Biologin mit Bachelor-Abschluss, könne man nämlich noch was fürs Umweltbewusstsein tun.

Die Allinger, die in der örtlichen Eishalle ihr Nachtlager aufschlagen werden, sollen ebenso etwas von der „wirklich wunderschönen“ Umgebung sehen. Die Landschaft, den einzigartigen Natur-Badesee, aber auch auf einer Buschenschank-Fahrt die regionaltypischen Weinstuben. Das nahe Graz ist auch interessant für junge Leute. Und von der „größten Disco Europas“ in Lannach weiß Partner-Bürgermeister Frederik Röder, der im Allinger Gemeinderat für die Teilnahme warb.

Eingeladen sind (bis zu zehn) junge Allinger im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Ökologische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, aber ein erklärter Umweltfeind sollte man nicht gerade sein. (Olf paschen=

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