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Am Anfang waren die Teilnehmer schüchtern, doch dann ratschten und lachten sie.

Angebot des Helferkreises

Kaffeeklatsch mit Flüchtlingsfrauen

Viele Flüchtlingsfrauen haben in ihrer Heimat Traumatisches erfahren. In Deutschland leben sie oft isoliert. Abhilfe schafft das Frauencafé des Mammendorfer Helferkreises. Dort können sie Kontakte knüpfen.

Mammendorf – Heute ist es voll im Frauencafé. Kinder wuseln herum, es wird viel geredet und gelacht. Frauen aus aller Herren Länder sitzen zusammen, trinken Kaffee und essen Kuchen. In dem Café, das zum Mammendorfer Helferkreis gehört, fühlen sich die Frauen sichtlich wohl. Es herrscht eine friedliche Atmosphäre.

Für viele der Teilnehmerinnen ist Frieden schon fast ein Fremdwort. Die 27-jährige Rahaf etwa ist gemeinsam mit ihrem Mann vor dem Krieg geflohen. Vor rund zwei Jahren haben sie die syrische Stadt Homs verlassen, seit etwa fünf Monaten leben sie im Mammendorfer Asylheim.

Mittlerweile kann sie sich recht gut auf Deutsch verständigen. Damit sie noch mehr lernt, trifft sie sich zweimal in der Woche mit Renate Rau. Die Helferin unterrichtet die Syrerin. „Trotz unterschiedlicher Sprachen klappt die Verständigung ganz gut“, erklärt Roswitha Reiser vom örtlichen Asylhelferkreis. Zusammen mit Beatrice Peters, Sandra Huber, Tanja Wenzel, Evi Wawrzynski und Marina Weber organisiert sie einmal im Monat das Frauencafé im Pfarrsaal der Martin-Luther-Kirche.

Die Frauen engagieren sich mit vollem Einsatz. Seit fast zwei Jahren sorgen sie dafür, dass geflohene Männer im Mammendorfer Freibad schwimmen lernen. Für die Frauen aber gab es fast keine Angebote. „Daran mussten wir etwas ändern“, sagt Roswitha Reiser. Und so fand im September vergangenen Jahres das erste Frauencafé statt. Spontan hatte Pfarrerin Sabine Huber den Pfarrsaal zur Verfügung gestellt.

Bei Frauen ist die Integration oft nicht einfach, erklärt Reiser. Zum einen, weil viele aus Ländern kommen, in denen sie nicht gleichberechtigt sind. Nicht alle durften arbeiten, viele waren traditionell ans Haus gebunden und ausschließlich für das Wohl ihrer Familie zuständig. Daran hat die Flucht nichts geändert. „Männer können mehr unternehmen, aber Frauen trauen sich allein nicht einmal vor die Tür“, so Roswitha Reiser.

Es sind vor allem Frauen und Kinder aus Afrika und dem Nahen Osten, die einmal im Monat im Pfarrsaal zusammenfinden. Heute mit dabei ist die 25-jährige Nur, die mit ihren Eltern geflohen ist. Lewil Gulalai (49) aus Kabul lebt in einer Unterkunft in Olching. Ende der 1980er-Jahre hat sie in der ehemaligen DDR studiert – und kann sich daher perfekt verständigen.

Das ist Reiser zufolge nicht selbstverständlich. Vor allem anfangs seien die Frauen zurückhaltend gewesen. Inzwischen tauschen sie sich aber rege untereinander aus – notfalls mit Händen und Füßen – und haben auch Freundschaften geschlossen. „Viele haben nicht nur unglaublich Schlimmes erfahren“, sagt Roswitha Reiser. „Sie fühlen sich auch fremd und sind auf sich alleine gestellt.“ Die Treffen bauen Ängste ab und erleichtern die Integration.

Nicht nur die Helferinnen bieten beim Frauencafé Unterstützung an, etwa in Form von Fahrten ins Krankenhaus. Die geflohenen Frauen sollen sich auch untereinander helfen. Einen großen Auftritt als Dolmetscher hatte der aufgeweckte Abdul (12) aus Syrien, der mit seiner Familie seit einem Jahr in Deutschland lebt und in Olching die Schule besucht. Kurzerhand hat er einen Vortrag einer Familienbesucherin vom Programm „Willkommen im Leben“ ins Arabische übersetzt.

Das von der Bürgerstiftung für den Landkreis initiierte Projekt bietet Familien mit Kindern im ersten Lebensjahr Hilfe und Unterstützung an. Beim nächsten Treffen im April informiert Lothar Panzer die Flüchtlingsfrauen über das Thema: „Ich möchte arbeiten, was tun.“

Wie notwendig das Frauencafé ist, zeigt der Zulauf. Waren es anfangs 15 Frauen, so sind es längst um die 30, die sich auf das monatliche Treffen freuen. Und sie kommen nicht nur aus den zwei Mammendorfer Unterkünften. Es sind auch Teilnehmerinnen aus Jesenwang, Landsberied, Maisach und Olching dabei.

„Im Oktober organisieren wir noch einen Kochkurs mit den Flüchtlingsfrauen in der Mammendorfer Schule“, sagt Roswitha Reiser. Das OK von Bürgermeister Josef Heckl haben sie bereits.

Dieter Metzler

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