Kampf gegen Flieger gefährdet Fliegerhorst Fürstenfeldbruck

Fürstenfeldbruck - Landtagsvizepräsident Bocklet (CSU) ruft die Fluglärmgegner zur Räson. Er warnt: Widerstand gegen die Flugsportler könnte den Militärstandort Bruck gefährden.

„Angesichts der Verkleinerung der Bundeswehr und der damit verbundenen Überprüfung der Standorte sollte alles vermieden werden, was als örtliches Signal gegen die Bundeswehr in Fürstenfeldbruck verstanden werden kann“, schreibt Reinhold Bocklet. Seine Logik: Wer gegen die Flugsportler meckert oder gar agitiert, sendet gefährliche Signale nach Berlin, wo gerade an der Bundeswehrreform gearbeitet wird - einer Reform, der möglicherweise einige Standorte zum Opfer fallen werden und in deren Zuge sicher auch über Bruck diskutiert wird.

Wenn in Berlin der Eindruck entstehe, dass man in Bruck vom Militär nicht begeistert ist, könnte es den Entscheidungsträgern in Berlin leichter fallen, den Standort oder Teile davon zu schließen. In dieser Debatte, so Bocklet, könnte jedes Quäntchen entscheidend werden.

Er ist überzeugt, dass die Flugsportler mit ihren Maschinen bis zwei Tonnen eine spezifische Aufgabe für die Offiziersanwärter in Bruck erfüllen. Damit befindet er sich in Einklang mit Fursty-Generalmajor Robert Löwenstein, der die Flugsportgruppe als „integralen Bestandteil dessen, was zu einer Wiege der Luftwaffe gehört“ sieht. Bocklet: „Wer ja sagt zur Offizierschule der Luftwaffe in Bruck, sollte den angehenden Offizieren auch die Möglichkeit zu fliegerischen Erfahrungen vor Ort nicht verwehren.“

Die CSU-Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis, Gerda Hasselfeldt, pflichtet Bocklet im Prinzip bei. Widerstand gegen die Flieger könne zu einem entscheidenden Mosaiksteinchen im Ringen um die Erhaltung der Offizierschule werden, auch wenn kein wesentlicher Zusammenhang zwischen Flugsportgruppe und dem zehn verschiedene Einheiten umfassenden Standort in seiner Gänze bestehe, sagt sie. Wie sich die Öffentlichkeit in Sachen Flieger positioniert, könne zu einem Zeichen werden.

Unterstützung für die Gruppe kommt auch von der CSU der Stadt Fürstenfeldbruck. Gerade jetzt, wo landesweit Bundeswehrstandorte auf dem Prüfstand stehen, sei es kontraproduktiv, die Fliegergemeinschaft in Frage zu stellen, schreibt Andreas Lohde stellvertretend. Er erinnert auch an die Luftrettungsstaffel, die mit den Flugzeugen der Gruppe unter anderem Waldbrände beobachtet und damit einen wichtigen Dienst für die Allgemeinheit leiste. Dass die Sondergenehmigung der Gruppe im Moment nur bis April gilt, sei daher sogar zu bedauern.

Norman Dombo von der Bürgerinitiative gegen Fluglärm hatte zuvor beklagt, dass die Sportgruppe nach dem Ende der Zivilflieger auf dem verbleibenden Militärareal untergekommen ist. Und schlimmer noch: Dauerhaft bleiben will.

Wie Gerda Hasselfeldt in diesem Zusammenhang berichtete, werde in Berlin derzeit jede einzelne Brucker Bundeswehreinheit - wie alle anderen in Deutschland - eigens geprüft. Den Beginn der eigentlichen Debatten erwartet sie für das Frühjahr. Dann werde man mehr erfahren, als jetzt so durchdringt. Hasselfeldt: „Es steht eine spannende Zeit für Bruck bevor.“

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