+
Tatjana Misimovic-Hannan braucht dringend eine Stammzellenspende.

Typisierungsaktion

Blutkrebs: Wer kann Tatjana helfen?

Eichenau - Tatjana Misimovic-Hannan aus Eichenau hat einen Feind: Die 49-Jährige leidet an Blutkrebs. Deshalb hat ihre Tochter gemeinsam mit der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) eine große Typisierungsaktion am 8. Oktober im Eichenauer Pfarrzentrum auf die Beine gestellt – die letzte Hoffnung der beiden Frauen.

Seit 2007 lebt Tatjana Misimovic-Hannan, die ursprünglich aus Kroatien stammt, in der Starzelbachgemeinde. „Meine Mutter ist immer gerne dorthin gefahren und hat immer viel mit der Familie gemacht“, erzählt Tochter Vanesa Vuleta (26). „Sie ist ein richtiger Familienmensch.“

Die heimtückische Krankheit hat bei der Eichenauerin recht harmlos angefangen. Im Frühjahr diesen Jahres bekam die lebenslustige Frau die Grippe. Allerdings wurde sie diese nicht mehr los. „Sie war seit Mai ständig krank“, erinnert sich die Tochter. Deshalb ging ihre Mutter zum Arzt und ließ ein Blutbild machen. Dieser konnte nichts finden, doch Tatjana Misimovic-Hannan ging es nicht besser. An Leukämie dachte damals keiner. Immer wieder hieß es bei verschiedenen Untersuchungen es sei ein Infekt.

Doch nach Terminen bei verschiedenen Ärzten, einem Onkologen und einer Knochenmarksbiopsie in der Klinik bekam die 49-Jährige im Tumortherapiezentrum die schockierende Diagnose: akute myeloische Leukämie. Für sie und ihre Tochter ist eine Welt zusammengebrochen. Doch die beiden geben nicht auf. Sie haben den Kampf gegen den Blutkrebs aufgenommen.

Der Eichenauerin blieb nichts erspart: Chemo, Blutvergiftung, Nierenentzündung, Lungenentzündung, und auch noch ein künstliches Koma. Noch weiß keiner, wie es weiter geht. Derzeit befindet sie sich im Klinikum Rechts der Isar. „Sie ist momentan stabil“, sagt Vanesa Vuleta. Die 26-Jährige besucht ihre Mutter täglich. „Ich schau immer nach der Arbeit hin“, erzählt sie.

Ihre Mutter habe nur einen großen Wunsch: Sie möchte wieder ganz gesund werden. Und dafür braucht die Eichenauerin dringend einen passenden Stammzellspender. Um einen zu finden, hat sich Vanesa Vuleta an die AKB gewandt. Gemeinsam mit Unterstützung von Familie und Freunden wurde eine große Typisierungsaktion organisiert. „Wir haben die Flyer verteilt, die Räumlichkeiten organisiert“, erzählt Vanesa Vuleta. Zudem kümmern sie sich sich darum, dass die Leute, die zur Typisierungsaktion kommen, Kaffee und Kuchen vorfinden.

Bürgermeister Peter Münster hat die Schirmherrschaft für die Typisierungsaktion übernommen. Auch die Pfarrgemeinde unterstützt die Familie. Sie hat ihre Räumlichkeiten, den Kardinal-Döpfner-Saal im Pfarrzentrum, zur Verfügung gestellt. Dort kann man sich am Samstag, 8. Oktober, von 11 bis 16 Uhr Blut abnehmen lassen. Die Entnahmen werden komplett vom BRK Kreisverband Fürstenfeldbruck durchgeführt. Die Helfer kommen aus den Bereitschaften des Kreisverbandes. Vanesa Vuleta hofft nun darauf, dass möglichst viele Leute kommen, um einen passenden Spender für ihre Mutter zu finden.

So funktioniert's:

Leukämie ist heilbar, wenn rechtzeitig der passende Spender gefunden wird. Bei der Typisierung werden aus einer geringen Menge Blut die Gewebemerkmale eines möglichen Spenders untersucht. Die Ergebnisse werden in anonymer Form von der Datenbank für Suchzentren weltweit zur Verfügung gestellt. Die Gewebeuntersuchung ist eine aufwendige molekulargenetische Untersuchung und kostet pro Spender 50 Euro. Diese Kosten müssen aus Spendenmitteln bezahlt werden. Eine Stammzell- oder Knochenmarkspende hat nichts mit dem Rückenmark zu tun. 

Eine Stammzellspende findet immer mit persönlicher Betreuung und einer umfassenden Aufklärung und Beratung durch die Ärzte und das Ambulanzteam der Stiftung AKB statt. Spender sollten gesund und für die Aufnahme zwischen 17 und 45 Jahre alt sein. Bitte beachten Sie auch die Ausschlusskriterien im Aktionsflyer. Der Spender verbleibt in der Datei bis er das 60. Lebensjahr vollendet hat. Freiwillige werden gebeten, am Tag der Typisierung ihre Gesundheitskarte mitzubringen. Das erleichtert eine rasche und fehlerfreie Aufnahme der Adressdaten

Eva Dobler

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Valentin aus Moorenweis
Besser geht’s nicht: Pünktlich zum errechneten Termin am Valentinstag erblickte der dritte Sohn von Julia und Patric Schneider aus Moorenweis, Ortsteil Langwied, das …
Valentin aus Moorenweis
David aus Fürstenfeldbruck
Ursula und Toni Hebrang aus Fürstenfeldbruck freuen sich über die Geburt ihres dritten Kindes. David Valentin erblickte mit einem Geburtsgewicht von 3260 Gramm und einer …
David aus Fürstenfeldbruck
Parteifreier geht ins Rennen um die OB-Kandidatur
 In Zeiten sozialer Medien gibt es ungewöhnliche Wege zur OB-Kandidatur. Thomas Lutzeier ist ein Beispiel dafür: Die Wählergruppe „Mehr für Bruck“ – extra für die …
Parteifreier geht ins Rennen um die OB-Kandidatur
Gernlindner Gaudiwurm rollt seit 70 Jahren
Der Faschingszug in Olching mag zwar der größte in der Region sein. Doch der Gaudiwurm in Gernlinden hat sechs Jahre mehr auf den Buckel. Damit zählt der Zug zu den …
Gernlindner Gaudiwurm rollt seit 70 Jahren

Kommentare