Tagblatt-Weihnachtsaktion

Katzenduo heitert fleißige Stickerin auf

Fürstenfeldbruck – Im Umgang mit anderen Menschen tut sich Berta F. schwer. So sitzt sie oft alleine in ihrem kleinen Appartment. Nur ihre beiden Katzen bringen etwas Licht und Wärme in ihr einsames Dasein. Sissi und Semmel heißen sie. Leider weiß ihr Frauchen oft nicht, wie sie ihr Futter oder die Rechnung beim Tierarzt begleichen soll.

Es wäre fast ein idyllisches Bild, wenn der Sessel nicht so zerschlissen und durchgesessen wäre: Berta F. sitzt vor dem Fernseher und strickt ganz fleißig. In ihrem Schoß haben sich ihre beiden Katzen zusammengerollt und aneinandergekuschelt. Das Handarbeiten lenkt die 66-Jährige etwas ab.

Obwohl sie selbst kaum genug zum Leben hat, strickt sie für einen guten Zweck: Die Socken werden auf einem Wohltätigkeitsbazar verkauft. Manchmal macht sie auch Deckchen oder ähnliches, mit denen sie ihr bescheidenes Heim etwas wohnlicher macht. Und wenn Sissi und Semmel zufrieden schnurren oder anfangen, mit ihrem Wollknäuel zu spielen, dann kann Erika F. manchmal sogar lächeln.

Die Katzenmutter ist seit vielen Jahren psychisch krank, wie ihre ehrenamtliche Betreuerin Alexandra Woltz erklärt. Ihre seelischen Probleme sind so groß, dass sie sogar ihre drei Kinder zu Pflegeeltern geben musste. Auch die Ehe von Berta F. ist an der Krankheit gescheitert.

Ihre derzeitigen finanziellen Verhältnisse beschreibt Betreuerin Alexandra Wolz so: „zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.“ Ihre geringen Rente liegt knapp über dem Satz, ab dem das Landratsamt zusätzlich Wohngeld zahlen würde.

So ist das Geld immer knapp. Reserven hat die 66-Jährige nicht. Wenn Sissi oder Semmel zum Tierarzt müssen, ist Berta F. immer ganz verzweifelt, weil sie nicht weiß, wie sie das Geld zusammenkratzen soll. Noch problematischer wird es, wenn die Katzenmama selbst krank wird und in die Klinik muss. „Dann müssen die Miezis anderweitig untergebracht werden und auch das kostet zusätzlich Geld“, erklärt Betreuerin Woltz. Andere Menschen um Hilfe bitten, ist der 66-Jährigen peinlich. Die Kette der helfenden Hände will nun dafür sorgen, dass sich Berta F. für eine Weile keine Sorgen mehr um ihre beiden vierbeinigen Lieblinge machen muss.(akk)

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