Kauf des Böhmerweihers im zweiten Anlauf genehmigt

Gröbenzell - Nun also doch: Nach der Ablehnung im Finanzausschuss hat der Gemeinderat dem Böhmerweiher-Kauf zugestimmt.

Der Erholungsflächenverein und die Kommunen München, Puchheim und Gröbenzell können den Kaufvertrag des Geländes rund um den Böhmerweiher nun ebenso unterzeichnen, wie dessen bisheriger Eigentümer Johann Böhmer. Mit großer Mehrheit hat sich der Gröbenzeller Gemeinderat jetzt für den Erwerb ausgesprochen. Lediglich die Grünen und Klaus Coy (FDP) votierten dagegen.

Noch vor wenigen Wochen hatte es im Finanzausschuss ein anderes Ergebnis gegeben. Weil Thomas Breitenfellner und Andreas Berger (CSU) in nicht-öffentlicher Sitzung den Kaufvertrag überraschenderweise ablehnten, wurde der Antrag bei einem Stimmenpatt abgeschmettert. Bürgermeister Dieter Rubenbauer (CSU) hatte gegen diesen Beschluss Einspruch erhoben, so dass sich nun der Gemeinderat noch einmal mit dem Thema befassen musste.

In der Sitzung wurden Breitenfellner und Berger nun für ihr damaliges Abstimmungsverhalten scharf kritisiert. Axel von Walter (SPD) unterstellte den beiden „innerparteiliche Profilierungsversuche“, die bei den weiteren Ankäufern Kopfschütteln verursacht hätten.

Mit dem bevorstehenden Kommunalwahlkampf habe seine Ablehnung nichts zu tun gehabt, entgegnete Breitenfellner. Vielmehr damit, dass Anwohner der an den Weiher angrenzenden Wohnviertel durch den Ausbau des Geländes zur Erholungsfläche eine Verkehrszunahme befürchten. Breitenfellner und Berger hatten daher ein Verkehrskonzept gefordert.

Angesichts der Tatsache, dass der Planungsausschuss nun ein derartiges Konzept erarbeiten soll, stimmten beide dem Ankauf nun zu.

Eine Entscheidung, die wiederum Markus Rainer (Grüne) mit Kopfschütteln quittierte. „Sie kaufen die Katze im Sack“, kritisierte er. „Treten Sie vom Ankauf zurück, wenn uns das Verkehrskonzept nicht gefällt?“, wollte er wissen. Er kann sich nämlich nicht vorstellen wie ein solches Konzept aussehen könnte. Die Grünen lehnen den Ankauf des Geländes und dessen Ausbau durch den Erholungsflächenverein seit Jahren ab. „Das wird sich zu Remmidemmi entwickeln“ fürchtet auch Martin Runge (Grüne). Auch Coy sprach sich dagegen aus, das Gelände autogerecht zu erschließen.

Froh über den Beschluss des Gemeinderates ist naturgemäß Eigentümer Böhmer. Er hat 18 Jahre lang mit den Kommunen und dem Erholungsflächenverein verhandelt. Weil der Weiher immer wieder von Badegästen benutzt worden ist, musste sich Böhmer die letzten Jahre vermehrt mit Sicherheitsfragen und der Müllbeseitigung auseinandersetzen. (sus)

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