Grafrath

Kein gutes Haar am Supermarkt gelassen

Kein Getränkemarkt, falsch angeordnete Parkplätze, Verkehrslärm für die Nachbarn: Kein gutes Haar ließ Christian Strasdat (GE) im Gemeinderat an der Planung für den Supermarkt an der Grafrather Hauptstraße. Doch damit stand er weitgehend alleine da.

Grafrath – Statt eines Vollsortimenters mit 14 000 Produkten gebe es künftig mit dem geplanten Feneberg an der Hauptstraße und dem Edeka am Bahnhof zwei kleinere Supermärkte mit je 7000 Produkten. „Die Auswahl dürfte ziemlich die gleiche sein“, glaubt Strasdat. Er vermutet, dass daher viele Grafrather weiterhin nach Bruck zum Einkaufen fahren.

Außerdem vergab Strasdat „städtebaulich eine glatte Sechs“, weil die meisten Parkplätze zur Hauptstraße hin angeordnet seien. Weitere Stellplätze seien in Richtung Osten orientiert, sodass die dort dichtere Wohnbebauung den ganzen Verkehrslärm inklusive des Lieferverkehrs abbekomme.

Weitere Kritikpunkte Strasdats waren das Fehlen eines Getränkemarkts und einer Cafeteria mit einem Außenbereich zum Verweilen sowie die Zahl von drei Einfahrten, die nicht zur Verkehrssicherheit auf der als Schulweg genutzten Hauptstraße beitragen würden. „Die Planung ist in keiner Weise ausgegoren.“ Letztlich glaubt er nicht, dass zwei kleine Supermärkte am Ort rentabel betrieben werden können.

Diese Bedenken wollte Peter Kaifler (Grüne) zwar nicht bewerten, da es Eigentümer und Betreiber überlassen sei, sich über die Wirtschaftlichkeit Gedanken zu machen. Wohl aber stimmte er Strasdats Einschätzung zur Situierung der Parkplätze zu: „Städtebaulich sind sie ein gravierender Mangel.“ Sie brächten an dieser Stelle nur Nachteile. Die beiden Gemeinderäte wünschen sich vielmehr, dass die Stellplätze hinter dem Markt in Richtung B 471 angeordnet würden.

Strasdat und Kaifler standen mit ihrer Einschätzung im Gremium aber weitgehend alleine da. Der Gemeinderat folgte stattdessen der mit 8:1 Stimmen gefassten Empfehlung des Bauausschusses und segnete die neue Planung – mittlerweile ist es schon die dritte – mit einer großen 12:3-Mehrheit ab. Damit kann nun ein Bebauungsplan für das Areal erstellt werden. (ad)

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