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Mario B. zeigt sein Gesicht und erzählt aus seinem Leben. Hündin Joy begleitet ihn. Das ist nicht selbstverständlich. „Viele Menschen, die Hilfe brauchen, wollen lieber unerkannt bleiben“, weiß Pädagogin Sara Fremmer vom Brucker P 6.  

Kette der helfenden Hände

„Heute würde ich vieles ganz anders machen“

Landkreis – Vor mehr als 20 Jahren geriet er auf die schiefe Bahn: Erst wurde er Alkoholiker, später nahm er Drogen. Und dann kam auch noch ein schweres Unglück dazu, das Mario B. endgültig seine Gesundheit kostete.

Heute ist er 42 Jahre alt. „Ich habe mehrmals versucht, clean zu werden“, erzählt er. Erst als er ins Substitutionsprogramm des P 6 in Fürstenfeldbruck aufgenommen wurde, gelang ihm dies. Inzwischen hat er seit Jahren keine Drogen mehr genommen. Aber ein ganz normales Leben kann Mario B. trotzdem nicht führen.

Vor 17 Jahren passierte ihm ein Unglück, das sein Leben veränderte. Er fiel vor eine einfahrende U-Bahn und wurde 30 Meter auf den Gleisen mitgeschleift. B. überlebte. Doch er musste immer wieder an der Wirbelsäule operiert werden. Sein linkes Bein ist seither gelähmt, der 42-Jährige ist zu 60 Prozent gehbehindert. „Lange Wegstrecken kann ich einfach nicht zu Fuß bewältigen.“

Auch wegen des Bewegungsmangels ist Mario B. schwer übergewichtig. Mit einer Körpergröße von 1,75 Metern bringt er es auf 130 Kilo. Lange Wegstrecken zu Fuß zu bewältigen, fällt ihm schwer – der täglich nötige Arztbesuch ist ohne Fahrrad kaum möglich. Sein letzter besonders stabiler fahrbarer Untersatz wurde ihm vor zwei Jahren gestohlen. „Obwohl ich mein Radl natürlich abgesperrt hatte“, erzählt er.

Mario B. hat inzwischen aufgehört, sich selbst etwas vorzumachen: Er weiß, dass er, was seine Drogensucht angeht, selbst verantwortlich ist für sein Schicksal. „Heute würde ich vieles ganz anders machen“, sagt Mario B. rückblickend.

Im Gespräch mit Sara Fremmer vom P 6 erzählt er aus seinem Leben, das ihm keinen guten Start ermöglichte. Als Kleinkind wuchs Mario B. bei seinen Großeltern auf. Die Mutter musste sich noch um weitere vier Kinder kümmern und schaffte es nicht allein. „Bei Opa und Oma habe ich mich Zuhause und geborgen gefühlt“, sagt der 42-Jährige, aber seine leiblichen Eltern haben ihm doch gefehlt. Heute ist Mario B. selten einsam. Seine Hündin Joy gibt ihm in seinem beschwerlichen Alltag viel Halt. Seit Jahren versucht das Herrchen aus eigener Kraft wieder auf die Beine kommen. Doch ohne fremde Hilfe ist es schwierig. Oft muss er kämpfen, um wenigstens Geld für das Futter von Joy aufzubringen. Die Kette der helfenden Hände möchte hier einspringen – und auch die Anschaffung eines neuen Fahrrades unterstützen.

Angi Kiener

Die Spendenkonten:

Sparkasse Bruck, IBAN: DE23700530700008128126 

VR-Bank Bruck, IBAN: DE93701633700000037788

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