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Kette der helfenden Hände

Spiel- und Alkoholsucht reißt Familie auseinander

Landkreis – Gina A. liebt ihre dreijährige Tochter über Alles. Doch weil ihr Ehemann alles verspielte, fehlt das Geld an allen Ecken und Enden. Nicht mal ein Rad kann sich Gina leisten.

Gina A. (Namen geändert) lebt mit ihrer fast dreijährigen Tochter Francesca in einer Zweizimmerwohnung. Vom gewalttätigen Ehemann Antonio, der alkoholkrank und spielsüchtig ist, trennte sie sich.

Seit einem Jahr besucht sie einen Integrationskurs und beherrscht inzwischen die deutsche Sprache etwas besser. „Doch für eine Anstellung reicht es noch nicht“, weiß Silvia Ponath von der Bürgerstiftung des Landkreises. Im Rahmen des Baby-Besuchsprogramms „Willkommen im Leben“ wurde Projektleiterin Katrin Rizzi auf die Situation der Familie aufmerksam. „Damals war das Baby drei Tage alt und die Familie lebte sehr beengt in einer Obdachlosenunterkunft“, erzählt Rizzi.

Mit Zutun der Bürgerstiftung konnte schließlich die Zweizimmerwohnung vermittelt werden. Es war ein langer Weg, die Familie in geordnete Verhältnisse zu bringen. Ein Weg, der leider bisher nicht glücklich endete. „Mein spielsüchtiger Mann hat das meiste Geld vertrunken und verspielt“, klagt die Kindsmutter. Sie konnte sich nicht dagegen wehren, sonst wäre er ihr, oder schlimmer noch, dem Kind gegenüber aggressiv geworden. Letztlich war sie nach der Trennung auf Spenden und Gebrauchtmöbel angewiesen, die sie sich mühsam mit Unterstützung der Bürgerstiftung zusammenbetteln musste.

Es fehlt dennoch hinten und vorn: Mutter und Kind bräuchten dringend ein Bett und ein Sofa. Oft ist nicht einmal Geld für eine Busfahrkarte übrig. Das Busticket braucht sie, um zu ihrem Deutschkurs zu kommen, oder das Töchterlein zur Betreuungseinrichtung zu bringen. Die Mutter wäre deshalb dankbar, ein Fahrrad zu haben, um von Busfahrten unabhängig zu sein. „Das wäre für Mutter und Kind die einfachste Lösung“, sagt ihre Betreuerin. Die Kette der helfenden Hände möchte der Familie auf dem Weg in ein normales Leben helfen. 

Angi Kiener

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