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Lichtspielhaus

Kino: Konzept unrentabel, Betreiber weg

Fürstenfeldbruck – Kurswechsel beim Lichtspielhaus: Offenbar ist die bisher angedachte Nutzung nicht rentabel. Deshalb soll umgebaut werden. Zeitgleich sagt der potenzielle Profi-Kinobetreiber ab, und die IG Lichtspielhaus steht vor dem Aus.

Wie eine Prüfung ergeben hat, ist die bisher angedachte Nutzung des Lichtspielhauses nicht rentabel. Geplant war, dass es Filmvorführungen im Saal und Kleinkunst geben sollte. Der Förderverein unter Vorsitzendem Thomas Lutzeier – der nun als OB kandidieren will – plante, das Ganze in Eigenregie zu stemmen. Die zweite Gruppierung, die IG Lichtspielhaus, holte sich den professionellen Kino-Betreiber Wolfgang Leitner ins Boot. Er sollte auf eigenes Risiko wirtschaften.

Eigentlich sollte die Stadt im März festlegen, welche Gruppe das Kino leiten darf. Doch die Entscheidung wird ihr nun wohl abgenommen. Denn die IG hatte Knatsch mit dem Münchner Kinobetreiber Leitner und will sich nun wohl sogar auflösen. Der Förderverein dagegen besteht weiterhin, wie Lutzeier sagt.

Der Hintergrund: Leitner hatte ohne Wissen der IG einen Termin mit der Stadt vereinbart, bei dem die Wirtschaftlichkeit des Konzepts besprochen werden sollte. „Es ging darum, wie viel ich investiere. Das hat mit dem Verein nichts zutun“, rechtfertigt Leitner sein Vorgehen. Die Mitglieder der IG sind enttäuscht. Sprecherin Claudia Greppmair: „Das Vertrauen ist zerbrochen, die Zusammenarbeit ist beendet.“

Wie Bürgermeister Erich Raff (CSU) den verdutzten Stadträten im Zuge der Haushaltsberatungen mitteilte, wurde bei dem Termin klar: „Das geplante Programmkino und Kleinkunst mit nur einem Saal rechnen sich nicht.“ Für Leitner als potenziellen Betreiber heißt das: „Für mich lohnt es sich nicht. Damit bin ich vorerst raus.“

Die Stadt will nun prüfen, ob man in den Kinosaal einen zweiten Raum einbauen kann, damit sich der Betrieb rechnet. Im hinteren Teil des denkmalgeschützten Gebäudes könnte eine Art schalldichter Kubus eingebaut werden, dessen Wände nicht bis an die Decke reichen. Quasi ein Raum im Raum. „Es ist eine deprimierende Zwischenbilanz“, sagte Kulturreferent Klaus Wollenberg (FDP) im Ausschuss.

Seiner Meinung nach solle man die Idee, das alte Kino für Kultur zu nutzen, aber nicht verwerfen. Allerdings müsse die Stadt als Betreiber auftreten oder Vereine, die das Haus nutzen wollen, finanziell unterstützen. Finanzreferent Walter Schwarz schlug in dieselbe Kerbe: „Dass der Betrieb mit einem Raum unrentabel ist, war von Anfang an klar – sonst hätte der Vorbesitzer das Kino weiter geführt.“ Die Stadt habe von Beginn an damit rechnen müssen, dass sie ein Defizit für den kulturellen Betrieb zahlen muss.

Raff stellte in Aussicht, dass der Kultur- und Werkausschuss im März darüber entscheiden soll, ob ein zweiter Raum eingebaut wird. Stadtbaumeister Martin Kornacher jedoch warnte: „Erst muss geprüft werden, ob ein neuer Raum wegen des Denkmalschutzes überhaupt gebaut werden darf.“

Auf Nachfrage von Willi Dräxler (BBV) äußerte der Stadtbaumeister sich auch zur immer noch ausstehenden Dachsanierung. „Wir haben es 2016 nicht mehr geschafft, das Dach zu reparieren. Die Arbeiten sollen aber bald starten. Die Ausschreibung läuft.“

Wenn die Statik und somit das Gebäude sicher ist – so der Tenor der Stadträte – solle das Lichtspielhaus schon für Interessenten wie beispielsweise Vereine geöffnet werden. Christian Stangl (Grüne): „Ich hoffe, dass wir einfach mit Veranstaltungen starten und dann weitersehen können.“ Klaus Quinten (BBV) schloss sich an: „Wir öffnen die Türen wie damals im Kloster. Wenn sich in zwei Jahren zeigt, dass nichts geht, zahlen wir nicht viel drauf, da der Wert des Gebäudes schon jetzt gestiegen ist.“ Im Haushalt für 2017 sind bisher 125 000 Euro für die Sanierung eingestellt.

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vu

Rubriklistenbild: © Peter Weber

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