Kirche erfreut über Aus für Windrad

Fürstenfeldbruck - Nach dem Aus für das Pucher Windrad hat sich Dekan Albert Bauernfeind in ungewohnter Schärfe zum Thema geäußert.

„Wir freuen uns, wir triumphieren aber nicht“, kommentierte er den Entscheid des Verwaltungsgerichtshofs, der den Bau der von den Stadtwerken geplanten Anlage unmöglich macht.

Als Brucker Stadtpfarrer ist Bauernfeind auch für die Kuratiestiftung St. Sebastian Puch verantwortlich, die mit Erfolg gegen das Windrad geklagt hat. Bauernfeind betonte nun: „Ich hätte die Klage verhindern können. Aber ich habe sie selbst gewollt.“

Rotorblätter seien nur Feigenblätter derjenigen, die vorgeben, etwas für die Schöpfung zu tun. Er sei keineswegs gegen die Energiewende, auch nicht gegen die Windkraft. In der Oberpfalz etwa - Bauernfeind stammt von dort - seien Windenergieanlagen durchaus denkbar. Aber eben nicht vor der denkmalgeschützten und landschaftsprägenden Pucher Kirche. Bauernfeind beklagt, dass niemand bereit sei, auf etwas zu verzichten, etwa aufs Autofahren. Insofern sei die Energiewende-Debatte verlogen. Die Staatsregierung, so Bauernfeind, würde ohnehin am liebsten noch ein paar Atomkraftwerke bauen.

Die Vorwürfe gegen die Stiftung in der Pucher Debatte seien nur von Polemik geprägt gewesen, schimpft der Dekan. Die Behauptung, es habe im Ort zunächst keinen Widerstand gegen die Planung gegeben, sei unrichtig. „Hätten Landratsamt und Stadtwerke objektiv gehandelt, dann wäre es so weit nicht gekommen.“ Bauernfeind räumt ein, dass sich die Kirche vor einiger Zeit offen gezeigt habe, als es um die Windkraft-Frage in dem fraglichen Gebiet ging. Allerdings hätten damals andere Bedingungen geherrscht. Außerdem müsse erlaubt sein, nach neuen Erkenntnissen seine Haltung zu überdenken.

Die Stadtwerke und das Landratsamt hätten wohl gedacht, sie fänden „da oben ein paar Doofe“, sagte Bauernfeind. Die Stadtwerke könnten ja in Richtung Mammendorf in Nähe des bestehenden noch ein Windrad bauen. Da sei Platz. Das Urteil des VGH sei zukunftsweisend.

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