Auftakt der Haushaltsberatungen 

Kitas und Schulen belasten Puchheims Etat

Puchheim - Kommen auch auf das wohlhabende Puchheim finanziell schwerere Zeiten zu? Der Haushaltsplan für 2017 sorgte jetzt jedenfalls für leichtes Unbehagen.

 Schon das zweite Jahr in Folge wird die Stadt mehr ausgeben als einnehmen. Der im Finanzausschuss vorgelegte Etat-Entwurf sieht im laufenden Geschäft trotz deutlich steigender Steuereinnahmen ein Minus von fast 4,9 Millionen bei einem Gesamtvolumen von rund 44 Millionen Euro vor. Noch 2015 wurden mehr als fünf Millionen Überschuss erwirtschaftet.

Ein noch düstereres Bild zeigt der Finanzhaushalt, wonach die verfügbaren Mittel um mehr als die Hälfte auf nur noch knapp 15 Millionen schrumpfen würden. Dafür müsste allerdings für 18 Millionen Euro investiert werden – eine eher theoretische Annahme.

Dennoch zeigte sich Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) besorgt. Man müsse aufpassen, nicht in eine Spirale nach unten zu geraten, zumal er sich „nach dem Trump-Interview“ auch weniger sprudelnde Gewerbesteuer-Einnahmen in der Zukunft vorstellen könne. SPD-Fraktionschef und Finanzreferent Jean-Marie Leone sprach von einem „anstrengenden Haushalt“, der ihn wie selten einer in der Vergangenheit umgetrieben habe. Es gebe einfach noch viel Unerledigtes und noch viel zu erledigen: „Wir tanzen auf vielen Hochzeiten.“

Kostentreiber sind neben der Kreisumlage vor allem die Aufwendungen für kleine und größere Kinder. Ob Brandschutz an der Mittelschule, Umbau am Gerner Platz, noch eine Tagesstätte im Wohnpark Roggenstein – die Millionen summieren sich. Deutlich steigen sollen aber auch die Personalkosten, weil für immer mehr Aufgaben eben auch mehr Mitarbeiter benötigt werden. Das Plus von fünf Prozent ist allerdings auch die finanziell ungünstigste Prognose.

Immerhin wurde schon in der ersten Finanzausschuss-Sitzung mit dem Sparen begonnen: Die Bebauung eines Grundstücks in Puchheim-Ort mit einem Mehrgenerationen-Haus übernimmt die stadteigene Wohnraum-Entwicklungsgesellschaft. Die ist bereits mit ausreichend Kapital ausgestattet.

Ein wirkliches Schreckensszenario bietet die weitere Finanzplanung. Derzufolge hätte Puchheim im Jahr 2020 mehr Schulden als liquide Mittel. Freilich hielt selbst Finanzchef Harald Heitmeir eine solche Entwicklung für ausgeschlossen. Es sei nur Aufgabe eines Kämmerers, rechtzeitig zu warnen. Aber selbst wenn dann tatsächlich nur noch 390 000 Euro statt heute 15 Millionen zur freien Verfügung stünden: „Andere Kommunen würden sich freuen, wenn sie so viel auf dem Konto haben“, meinte Leone.

von Olf Paschen 

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