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Als erster und mit erhobenem Evangelienbuch schritt der Münchner Weihbischof Bernhard Haßlberger durch die Heilige Pforte.

Im rechten Portal der Klosterkirche

Heilige Pforte in Fürstenfeld geöffnet

Fürstenfeldbruck - Vor Wochen war das Portal zugemauert worden. Jetzt wurde die Heilige Pforte im Rahmen eines großen Gottesdienstes wieder geöffnet. Anlass ist das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Mehrere Hundert Gläubige waren in der Klosterkirche Fürstenfeld dabei.

Erstmals gibt es Heilige Pforten auch außerhalb der Stadt Rom. Unter anderem in Fürstenfeldbruck. Das ist etwas ganz besonderes. Deshalb wollten nun hunderte Menschen dabei sein, als am Vorabend des vierten Advent die Pforte der Barmherzigkeit in der Klosterkirche geöffnet wurde. In einem feierlichen Gottesdienst begrüßte Weihbischof Bernhard Haßlberger gemeinsam mit den Gläubigen und Vertretern des Pfarrverbands das Heilige Jahr, in dem jeder zu Barmherzigkeit gegenüber seinen Mitmenschen aufgerufen ist. Gespannt sammelten sich die Besucher an diesem kalten, klaren Abend vor dem Portal der Klosterkirche.

Die Mauer vor der rechten Seitentür hatten Ministranten bereits entfernt – zur Enttäschung einiger Besucher, die gehofft hatten, dass das Abtragen der Ziegelsteine Teil der Feierlichkeiten sein würde. Stattdessen flankierten Kerzen und Gestecke den Nebeneingang, der nun bis zum Ende des Heiligen Jahres am 20. November 2016 eine Hauptrolle für viele Besucher Fürstenfelds spielen dürfte.

Zur Pfortenöffnung erschienen nicht nur Brucker, sondern auch viele Interessierte aus dem weiteren Umkreis. „Wenn man die Möglichkeit hat, schon zu Lebzeiten durch eine Heilige Pforte zu gehen, will man sie auch nutzen“, sagte Anna Deichl, die zusammen mit ihrem Mann Rudolf aus Feldgeding (Landkreis Dachau) nach Bruck gekommen war. Auch Georg Brummer, Mesner im Pfarrverband Bergkirchen, hatte den Weg aus dem Nachbarlandkreis auf sich genommen. Er wollte lieber in Bruck dabei sein als in einer der beiden Münchner Kirchen, wo ebenfalls Heilige Pforten geöffnet worden sind. „Hier ist es nicht so überlaufen.“

Aus Oberschleißheim war Walter Zellmeier mit Frau und Tochter gekommen. „Das hier ist ein einmaliges Ereignis, da wollten wir dabei sein“, so der Direktor des Brucker Viscardi-Gymnasiums. Außerdem hatten er und Frau Christiane noch einen ganz privaten Grund für ihren Besuch. Sie freuten sich auf ein Wiedersehen mit Dekan Albert Bauernfeind, der die beiden vor Jahren getraut hat. „Und ich habe ihn seit damals nicht mehr live gesehen“, so Christiane Zellmeier.

Allerdings überließ Bauernfeind an diesem Abend das Feld weitgehend dem Münchner Weihbischof Bernhard Haßlberger. Nachdem der Gottesdienst zur Musik des Münchner Bläserquartetts im Freien begonnen hatte, schritt Haßlberger an der Spitze der Prozession aus Kirchenvertretern und gefolgt von sämtlichen Gottesdienstteilnehmern durch die Heilige Pforte. Sie wird nun neben dem normalen Zugang zur Kirche tagsüber geöffnet sein.

In seiner Predigt erinnerte Haßlberger an das Leid von Millionen von Menschen, „die in ihrem Leben nichts anderes sind als Opfer“. Gerade ihnen gelte die Barmherzigkeit Gottes. Das Heilige Jahr sei für jeden Einzelnen ein guter Anlass, darüber nachzudenken, „was unsere Aufgabe ist, damit in dieser Welt Barmherzigkeit Wirklichkeit werden kann“. In Fürstenfeld wird ein biblischer Weg der Barmherzigkeit vor allem die Figurengruppen auf den Beichtstuhlaufsätzen akzentuieren. Dazu soll dann auch eine Begleitbroschüre aufliegen. Die Gitter der Kirche sind noch bis Ostern an den Sonntagnachmittagen von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet.

von Ulrike Osman

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