Der alte Klosterwirt wird abgerissen. Stattdessen werden Wohnungen gebaut.

26 Wohnungen sollen ihn ersetzen

Der Klosterwirt wird abgerissen

Grafrath - Jahrelange Diskussionen, zwei Bürgerentscheide und Riesenzoff unter Gemeinderäten und Bürgern. Nun zeichnet sich eine Lösung für den Klosterwirt ab.

 24 neue Wohnungen sollen dort entstehen, wo einst gezecht und gegessen wurde. Der Bauwerber muss aber für sein Vorhaben am Klosterwirt bei den Stellplätzen noch nachbessern. Nach dem Verkauf des Traditionsgebäudes durch die Erbengemeinschaft gelten die Versuche des Gemeinderats, die Gaststätte wiederzubeleben, somit als gescheitert. Im Bauausschuss wurde am Montagabend nun auch bekannt, wer den Klosterwirt gekauft hat: die Brucker MG Baubetreuung GmbH. Und die verzichtet in ihrer Planung auf eine Wirtschaft.

Sowohl der Förderverein Grafrath als auch BfG-Gemeinderat Burkhard von Hoyer erklärten zwar ihre Enttäuschung darüber, dass im Vorentwurf zumindest eine kleine Gastronomie fehlt. „Darüber sollten wir noch einmal mit dem Bauwerber verhandeln“, forderte von Hoyer. Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) erklärte sich dazu bereit, vermutete aber: „Da werde ich wohl auf Granit beißen.“

Debatte um Parkplätze

Die Pläne sehen vor, dass das marode Wirtsgebäude abgerissen und in nahezu gleicher Kubatur wieder errichtet wird. Dort sollen 16 Wohnungen entstehen. Der Stadel mit seinem unter Denkmalschutz stehenden böhmischen Gewölbe wird saniert. Dort sind weitere acht Wohnungen eingeplant. Außerdem will der Bauwerber eine Tiefgarage mit 13 Stellplätzen bauen, oberirdisch sollen 39 weitere Parkmöglichkeiten entstehen. Doch genau daran scheiden sich die Geister.

Eine Vergrößerung der Tiefgarage hält Kennerknecht zwar für nicht verhältnismäßig: „Wir bürden dem Bauwerber durch den Denkmalschutz schon viel auf, eine Tiefgarage, die über die Ausmaße des Gebäudes hinausgeht, könnte die finanzielle Planung schnell sprengen.“ Doch davon wollte sich die Ratsmehrheit nicht abhalten lassen. Klaus Rüth (GE) wünschte sich, dass zumindest ein Teil der vor und neben dem Gebäude eingeplanten Parkmöglichkeiten im Boden verschwindet: „Wenn man auf den Klosterwirt zufährt, sieht man sonst nur parkende Autos.“ Peter Kaifler (Grüne) bezeichnete die Stellplatzplanung gar als „ortsgestalterische Katastrophe“. Das sah auch die Mehrheit der Ausschussmitglieder so und lehnte die Planung in diesem Punkt mit 3:6 Stimmen ab.

Dass entgegen dem Bebauungsplan eine Tiefgarage gebaut werden soll, fand im Gegenzug freilich eine deutliche 8:1-Mehrheit. Aber dabei war die Zufahrt umstritten, die etwas abseits der Gebäude auf der Fläche vor dem Stadel errichtet werden soll. Zu zentral für Kaifler, der außerdem kritisierte: „Die Tiefgaragen-Einfahrt sieht aus wie die vom Nationaltheater.“ Dennoch fand dieser Punkt eine knappe 5:4-Mehrheit.

Außerdem störte sich von Hoyer daran, dass Fenster und Türen an der Nordfassade nicht mehr so angeordnet werden sollen wie bisher. Kennerknecht kündigte an, darüber noch einmal mit dem Bauwerber zu sprechen. Und auch über die große Linde neben dem Klosterwirt ist das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen. Diese müsste nach derzeitiger Planung einer Stellplatzzufahrt weichen. „Im Bebauungsplan ist festgelegt, dass dieser Baum zu erhalten ist“, sagte Hartwig Hagenguth (BfG).

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