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Um gewählt werden zu können, müssen neue oder kleinere Gruppen erst Unterschriften sammeln.

Für den März 2020

Sie brauchen Unterstützer-Unterschriften: Der steinige Weg auf den Wahlzettel

Bei der Kommunalwahl im März möchten einige neue Gruppierungen antreten. Sie brauchen Unterstützer-Unterschriften, um es auf den Wahlzettel zu schaffen. Darunter auch: Die Partei in Fürstenfeldbruck.

Fürstenfeldbruck – Die meisten Gemeinde- und Stadtratslisten sind aufgestellt, die Bürgermeister nominiert. Für die etablierten Parteien beginnt nun die heiße Phase des Wahlkampfes. Derweil kämpfen einige Gruppierungen noch um Unterstützerunterschriften. Nur wenn sie genügend davon zusammenbekommen, dürfen sie antreten. Stichtag ist der 3. Februrar, 12 Uhr. Was es den Polit-Zwergen besonders schwer macht: Wer sich in ihre Listen eintragen will, muss zum Unterschreiben samt Pass ins jeweilige Rathaus gehen.

Die Partei darf nicht vor dem Rathaus um Unterschriften werben

Anhänger mobilisieren muss auch die Satirepartei Die Partei in Fürstenfeldbruck. Chef Florian Weber wurde 2014 für eine andere Partei in den Stadtrat gewählt. Darum muss er für seine Wiederwahl die Ochsentour als Unterschriftenwerber auf sich nehmen. 215 muss er sammeln. „In Dreier- oder Vierer-Teams werden wir in den nächsten Wochen verstärkt auf der Hauptstraße darum werben“, sagt Weber. Er gibt sich siegessicher, das Ziel zu erreichen. „Mich ärgert aber, dass wir nicht mehr direkt vor dem Rathaus stehen dürfen. Das hat die Verwaltung verboten.“

„Wie viele Unterstützer die jeweiligen Gruppen hinter sich versammeln müssen, ist gestaffelt nach der Einwohnerzahl“, erklärt Robert Drexel, Chef der Kommunalaufsicht. Derzeit müssen noch vier Vereinigungen zittern.

Die Allinger Bürgervereinigung

Die Allinger Bürgervereinigung (ABV) braucht 80 Unterschriften. Ihr Bürgermeisterkandidat Hans Schröder sagt: „Bisher sieht es gut aus. Vor allem über die sozialen Medien mobilisieren wir viele Freunde.“ Wichtig sei, dass die Unterstützer auf beiden Listen – Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat – unterschreiben. Schröder empfindet die Hürde als sinnvoll, um Splittergruppen aus dem rechten und linken Spektrum bei der Wahl nicht so viel Raum zu geben.

Die Neue Liste Egenhofen

Die Neue Liste Egenhofen (NLE) mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Martin Obermeier braucht auch 80 Unterstützer. „Um mein Gewissen zu beruhigen, hoffe ich, dass wir schon bald genug Unterschriften beisammen haben“, sagt Obermeier. Er freut sich besonders, dass die Gemeinde an einem Samstag zusätzlich geöffnet hat.

Franz Ostermeier und die Wählergruppe WUG brauchen in Mittelstetten 50 Unterstützer. „Wir setzen darauf, die Leute direkt anzusprechen, und haben Flyer verteilt.“ Der WUG-Chef finde es auch schade, dass man nicht mit der Liste herumgehen darf. Viele Leute kämen ungern extra ins Rathaus.

Keine Unterschriften im Vorfeld der Kommunalwahl sammeln müssen in den jeweiligen Gremien vertretene Gruppierungen und so genannte privilegierte Parteien. Dazu zählen jene, die bei der letzten Europa-, Bundestags- oder Landtagswahl die Fünf-Prozent-Hürde geschafft haben. Das sind im Landkreis sieben: CSU, SPD, Grüne, FDP, FW, AfD und Linke. ÖDP und UBV brauchen für den Kreistag auch keine Stimmen sammeln. Sie sind dort bereits vertreten.

Auch interessant: Die Themenseite zur Wahl.

Bei der zurück liegenden OB-Wahl hatte es Florian Weber geschafft, die nötigen Unterschriften zu sammeln. OB wurde er trotzdem nicht.

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