Gut behütet werden die Mädchen und Buben in der Mittelstettener Einrichtung. Kindergarten-Leiterin Maria Weny sieht es als Vorteil, Kinder über lange Jahre in der selben Einrichtung begleiten zu können. Foto: Carmen Voxbrunner

Der Konfetti-Kindergarten wirds schon schaukeln

Mittelstetten - Der Name ist zwar noch der selbe, aber der Kindergarten „Konfetti“ wird ab dem neuen Schuljahr zur umfassenden Tagesstätte für den Nachwuchs aus dem Ort.

Neu beginnt außer dem aus der Mittagsbetreuung entstandenen Hort jetzt auch offiziell eine Integrationsgruppe mit Kindern, denen ein höherer Förderbedarf bescheinigt wurde. Eine Krippengruppe gibt es ohnehin schon seit Jahren. Dass eine 1600-Einwohner-Gemeinde diese Rundum-Betreuung unter einem Dach anbietet, ohne auf die Hilfe freier Träger zurückzugreifen, hält vor allem Bürgermeister Ernst Presser für bemerkenswert. Vor dem Neustart lud er darum zu einem kleinen Rundgang durch das Kinderhaus ein.

315 000 Euro, ein Sechstel des gesamten Verwaltungshaushalts, gibt Mittelstetten für die demnächst 66 ganz jungen Bürger und ihre zehn Erzieherinnen und Pflegerinnen aus. Staatliche Zuschüsse und Elternbeiträge abgerechnet bleiben immer noch rund 100 000 Euro an der Gemeinde hängen. Die monatlichen Gebühren liegen zwischen 55 Euro für einen halben Tag im Kindergarten und 135 Euro für bis zu neun Stunden in der Krippe. Es gebe weit und breit keine günstigere Tagesstätte, ist sich der Bürgermeister sicher. Presser glaubt außerdem, dass eine umfassende Kinderbetreuung für eine Kommune auch ein Standortvorteil ist. „Ich kann nicht nur Baugebiete ausweisen, ich muss auch die Infrastruktur schaffen,“ sagt der Gemeinde-Chef.

Seit zehn Jahren im Amt ist wie Presser auch Kindergarten-Leiterin Maria Weny. Beide sehen grundsätzlich die Notwendigkeit, jungen Familien die Möglichkeit zu geben, auch die ganz Kleinen schon in fremde Obhut zu geben, wenngleich der Bürgermeister da vor allem von einer gemeindlichen Pflichtaufgabe und den „zwei Herzen in meiner Brust“ redet. Aber oft müssten eben beide Eltern arbeiten und für das Sozialverhalten junger Menschen sei der Krippenbesuch schon nach einem Jahr Lebensalter jedenfalls nicht schädlich.

Auch die Erzieherin Maria Weny spricht von veränderten Familienverhältnissen, hält es aber zumindest für einen Vorteil, Kinder über lange Jahre in der selben Einrichtung begleiten zu können, ohne dass die sich wieder umstellen und neu eingewöhnen müssten. Sie als Mutter eigener Kinder wählte allerdings einen anderen Weg: „Ich für meinen Teil habe die drei Jahre Erziehungsurlaub genossen.“

Sind die Kinder schließlich auch in Mittelstetten in den vergangenen Jahren schwieriger geworden, oder gibt es in einem Dorf auf dem tiefen Land noch ein Stückchen heile Welt? Kinder mit Auffälligkeiten habe es immer schon gegeben, findet Weny. Und die gehörten auch einfach zum Beruf: „Mir persönlich macht’s auch Spaß, mit den nicht ganz so einfachen zu arbeiten.“ olf paschen

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