Sie lässt sich nicht unterkriegen: Verena Jayawardena (l.) in ihrem neuen Fitness- und Ayurveda-Studio. Unterstützt wird sie bei ihren Kursen von Teresa Brunner.
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Sie lässt sich nicht unterkriegen: Verena Jayawardena (l.) in ihrem neuen Fitness- und Ayurveda-Studio. Unterstützt wird sie bei ihren Kursen von Teresa Brunner.

Olching

Kopf oben halten in schwierigen Zeiten

Für Verena Jayawardena waren die vergangenen Monate eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Eigentlich wollte sie ein besonderers Fitness- und Ayurveda- Studio aufmachen – es wäre das erste im Landkreis gewesen. Doch dann kam Corona – und ein Bandscheibenvorfall. Davon unterkriegen lässt sich die Olchingerin aber nicht.

Olching – Woher Verena Jayawardena ihren Optimismus nimmt, weiß sie nicht so recht. Doch sie glaubt ganz fest: „Irgendwie kriegen wir das noch hin.“ Dabei hatte das vergangene Jahr so verheißungsvoll angefangen. Die 33-Jährige erfüllte sich endlich ihren großen Wunsch und machte sich selbstständig.

Eigentlich ist sie ausgebildete Kauffrau im Gesundheitswesen, hat lange Jahre im Angestellten-Verhältnis gearbeitet. Nebenbei hat sie sich weitergebildet, wurde Ernährungsberaterin, Personal Trainer, ayurvedische Massage-Therapeutin. Sie gab auch Kurse an der Volkshochschule, vor allem ihr Kochkurs über die Küche Sri Lankas kam super an.

Dabei hatte ihr Mann Melvin große Zweifel gehabt, ob das überhaupt jemanden interessieren würde. Über ihn kam Verena Jayawardena aber überhaupt mit Sri Lanka in Verbindung, denn seine Familie stammt von dort.

Im Januar 2020 gründete die 33-Jährige ihr Unternehmen: ein Boutique Fitness- & Ayurveda-Studio – das erste seiner Art im Landkreis. In ihrem Studio findet das Training in einer exklusiven, kleinen und intimen Atmosphäre statt mit persönlicher und individueller Betreuung. Der Schwerpunkt liegt auf HIIT (High Intensity Intervall Training). Bei diesem Konzept wird mit sehr kurzen, aber sehr harten Einheiten trainiert und so sorgt dieses Training für die optimale Fettverbrennung bei geringem Zeitaufwand. Ganzheitlich abgerundet wird im „Vital Mental“ das Kernelement Sport noch durch die Bausteine Ernährung und Massage.

Eigentlich sollte es im April richtig losgehen. Doch Corona machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Und dann wurde sie schwanger. Damit hatten die Olchingerin und ihr Mann schon fast nicht mehr gerechnet. „Das hat mich aber gar nicht zurückgeworfen, im Gegenteil. Ich war voller Vorfreude und ich wusste, ich bekomme viel Unterstützung.“ Denn ihre Eltern leben ganz in der Nähe und signalisierten sofort Bereitschaft, mit dem Baby zu helfen.

Nicht nur Corona erschwerte das Gründerinnen-Leben. Auch das Landratsamt forderte eine Nutzungsänderung der Räume. „Daran hatte keiner gedacht, denn baulich wurde gar nichts verändert“, sagt Verena Jayawardena. Sie besorgte die nötigen Unterlagen, seitdem liegt ihr Antrag bei der Kreisbehörde. Kurz vor dem Jahreswechsel hieß es, die Papiere seien nicht vollständig, sie musste Unterlagen nachreichen. Und sie wartet immer noch auf eine Entscheidung.

Verena Jayawardena musste umdenken. Sie gab Outdoor-Kurse oder stieg auf Online um. Dann kam der große Lichtblick eines geschäftlich gesehen furchtbaren Jahres: die Geburt ihrer Tochter Amaya. „Alle Sorgen waren erst einmal ausgelöscht.“

Doch dann kam der Dezember-Lockdown und obwohl sie noch im Wochenbett sein sollte, gab die frischgebackene Mama zumindest ein paar Online-Kurse, um nicht alle Ersparnisse zu verlieren. Es folgte ein weiterer Rückschlag: Verena Jayawardena, die Sportlerin, die Ernährungsbewusste, die Rückentrainerin, ausgerechnet sie bekam einen Bandscheibenvorfall.

Vermutlich eine Folge der Geburt, denn Töchterchen Amaya war recht flott auf die Welt gekommen. Die 33-Jährige versuchte alle möglichen Ansätze, um wieder gesund zu werden, doch irgendwann waren die Schmerzen nicht mehr zu ertragen und eine Operation war nicht mehr zu umgehen. Das Schlimmste hat sie jetzt überstanden, die starken Schmerzen sind weg, aber es wird noch ein langer Weg der Genesung werden.

Aber Verena Jayawardena lässt sich auch davon nicht unterkriegen: „Ich kenne meinen Körper sehr gut und weiß, was ich machen kann, damit es besser wird. Das ist sicher ein Plus für die Genesung.“ Was die Zukunft ihres Studios betrifft, bleibt sie ebenfalls optimistisch. „Aber ob ich im Sommer öffnen darf, daran glaube ich ehrlich gesagt, nicht.“

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