Am Donnerstag rückte der Mähdrescher an

Jetzt ist der Mammendorfer Kornkreis Geschichte

Aus der Zauber: Am Donnerstag rückte der Mähdrescher am Mammendorfer Kornkreis an.

Mammendorf – Seit Donnerstag ist der Mammendorfer Kornkreis Geschichte. Mittags rückte der Mähdrescher an. Doch nicht mal Lärm und Staub der Riesenmaschine konnten die hartnäckigsten Kornkreisfans vertreiben.

Noch während der Mäharbeiten liefen sie ins Feld, um ein letztes Mal die Magie dieses Ortes zu erspüren. Ob es jetzt ruhiger wird um das Areal hinterm Mammendorfer See bleibt abzuwarten. Denn das kunstvolle Muster erkennt man auch nach der Drusch noch sehr deutlich.

Polizeihauptmeister Robert Lichtl steht am Feldrand und erzählt: „Die meisten Besucher waren ganz vernünftig und haben das Feld ohne Murren geräumt.“ Nur ein paar Unverbesserliche liefen noch schnell rein ins Feld. Sie verließen allerdings nach weiteren Aufforderungen das Kornkreisfeld, ohne Widerstand zu leisten. „So gesehen kann man durchaus von einem geordneten Rückzug sprechen“, sagt Lichtl schmunzelnd. Er und seine Kollegen fuhren danach zurück zur Inspektion nach Bruck.

Und dann begann am Kornkreis das Schauspiel von neuem. Immer wieder zog es Grüppchen in den Kornkreis, während der Mähdrescher die Ränder des 14 Hektar großen Feldes abfuhr und sich langsam Richtung Zentrum vorarbeitete.

Tausende Menschen waren in den letzten eineinhalb Wochen ins beschauliche Mammendorf geströmt. Bauer Josef Huber, dem das Feld gehört, hofft, dass jetzt endlich wieder Ruhe einkehrt auf seinem Acker. Er steht am Straßenrand – dort wo der Mähdrescher das Korn abliefert und in die Hänger bläst. Ein extra Anhänger ist für das „ultimative Korn“ aus dem Zentrum des Feldes bestimmt, denn: Daraus bäckt Innungsobermeister Werner Nau aus Grunertshofen demnächst seine ganz speziellen 500-Gramm-Energielaiberl. Da passt die Weizensorte des Ackers perfekt. „Das ist bester Eliteweizen der Sorte Acteur, mit sehr hohem Eiweißgehalt, was Besseres gibt’s ja gar nicht“, sagt Nebenerwerbslandwirt Huber.

Apropos Nebenerwerb: Den Schaden, den der Kornkreis verursacht hat, nämlich rund 4000 Euro, hat der Landwirt wohl schon wieder herein gewirtschaftetet. „Ich glaube, das haben wir mit den Eintrittsspenden gut reingespielt, nachgezählt hab ich noch nicht“, meint er. Alles was über seinen Ernteausfall hinaus hereinkam, das will er denen spenden, die ihm in der heißen Phase der Kornkreiszeit hilfreich unter die Arme griffen: „Die Wasserwacht, der Burschenverein und die Feuerwehr bekommen auf alle Fälle was“, verspricht Bauer Huber.

Bilder aus dem Kornkreis in Mammendorf

Ein Kornkreis in einem Acker in Mammendorf sorgt für Aufsehen.

Lieber die Situation kontrollieren: Bauer Josef Huber und sein Sohn Florian haben am Feldrand Stellung bezogen.

Im Zentrum des Kreises (v. l.): Christine, Daniela, die Musiklehrer Martina und Wolfgang, Fotografin Christine.

Großes Medieninteresse: Sogar das Fernsehen schickte Kamerateams zu dem Feld mit den Ornamenten, nachdem es über das Internet bekannt geworden war. Im Hintergrund das Mammendorfer Windrad.

Den Mähdrescher der Marke Claas, Typ 750 Lexicon, steuert Hans Liegsalz übers Feld. Sein Kommentar nach zwei Stunden: „Normalerweise hätte ich jetzt locker sieben Hektar abgeerntet, aber wegen dem Kornkreis sind’s erst vier.“ Das Zentrum des Feldes fährt er extra an und behandelt die niedergedrückten Stellen mit ganz viel Gefühl: „Da häcksele ich besonders fein, damit das Muster möglichst schön erhalten bleibt“, betont er.

Angie Kiener

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