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Kottgeisering muss sein Kanalnetz sanieren.

Finanzen auf dem Prüfstand

Marodes Kanalnetz lässt Geld versickern

Kottgeisering - Heuer reicht das Geld noch in Kottgeisering. Doch ab 2017 wird’s knapp. Deshalb sucht der Gemeinderat nach Einsparmöglichkeiten.

Fast 1,4 Millionen Euro Rücklagen hatte Kottgeisering Ende 2015 auf der hohen Kante. Doch heuer wird ein Grundstück gekauft und der Mutterbach renaturiert – der Betrag wird also schmelzen.

Zum guten Ergebnis Ende 2015 trugen Mehreinnahmen bei Einkommensteuer, Kinderbetreuungszuschüssen, Gewerbesteuer und Grunderwerbsteuer bei. „Der Verwaltungshaushalt wird entgegen der Planungen voraussichtlich doch keine Zuführung aus dem Vermögenshaushalt benötigen“, schreibt die Kämmerei im Vorbericht. In den kommenden Jahren sieht es aber nicht mehr so gut aus: Die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Gemeinde ist nicht sichergestellt, das ist allen klar.

Hauptverantwortlich sei die defizitäre Wasserversorgung, weshalb die Kämmerei eine Neukalkulation des Wasserpreises vorgenommen hat. Ergebnis des im Einzelnen noch nicht öffentlich gemachten Sanierungskonzepts ist, dass darüber hinaus erhebliche Investitionen in das Wasserleitungsnetz zu tätigen sind. Im Jahr 2017 ist deswegen eine Kreditaufnahme von 200 000 Euro vorgesehen.

Mit der Empfehlung der Kämmerei, die Einnahmensituation zu optimieren und die Ausgaben zu überprüfen, begannen die Räte den Haushaltsplanentwurf zu durchforsten. Irritation löste bei Andreas Folger (BV) die drastisch sinkende Gewerbesteuer aus. Dies komme durch wegbrechende Betriebe, was Manfred Ziegler (CSU) auch auf den sehr hohen Gewerbesteuersatz zurückführte. Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV) machte aber eher die aus topografischen Gründen fehlenden Flächen verantwortlich.

Ziegler stellte zudem die Notwendigkeit eines geringfügig Beschäftigten in Frage: „Wir haben jetzt schon eine Teilzeitstelle im Bauhof geschaffen, da brauchen wir nicht noch zusätzlich weitere Stunden.“ Meissner verwies darauf, dass die Aufgaben immer mehr werden und die Kraft auch zu ungünstigen Zeiten schnell zur Verfügung sein müsse: „Das wäre über einen externen Dienstleister nicht abzudecken.“ Sie einigten sich darauf, mit dem Einsatz sparsam umzugehen.

Für Diskussionsstoff sorgte auch die geplante Straßenreparatur der Ammerseestraße in der Kurve vor der Kirche. Folger wollte das Projekt erneut schieben. Dazu sagte Meissner: „Die Straße gehört nicht uns, sondern dem Landkreis. Wir haben sie nach einem von uns verursachten Wasserrohrbruch vor neun Jahren nur provisorisch gerichtet.“ Auch Manfred Ziegler (CSU) wollte die Sache endlich in Ordnung bringen, regte aber an, die Kostenaufteilung mit dem Landratsamt nochmals zu klären.

Nicht mehr zu reparieren ist nach Ansicht einiger Gemeinderäte das Schulbushäusl an der Georg-Holzmüller-Straße. Deswegen wurde der Ansatz auf 10 000 Euro erhöht. Im Haushalt verbleiben soll der Ansatz für ein Podest mit einer Bank im Naturbeobachtungsturm. „Wir haben das Holz von den Bayerischen Staatsforsten bekommen, doch leider reichen die Einnahmen aus der Spendenkasse nicht für den Bau“, berichtete Willi Huss (BV).

von Max-Joseph Kronenbitter

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