Kottgeiseringer Gemeinderat

Absage an Senioren-Wohnen im Zentrum

Kottgeisering – Das Projekt Seniorenwohnen (SeWoKo) in der Ortsmitte von Kottgeisering ist gescheitert: Mit knapper Mehrheit hat der Gemeinderat den Bau des zweigeteilten Hauses abgelehnt. Der Tenor: Das Zentrum sei für ein derart großes Projekt nicht geeignet. Nun könnte ein neuer Standort geprüft werden.

 Zwei Wochen nachdem das Projekt in der regulären Sitzung durchgefallen war, hatte Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV) zu einer Sondersitzung geladen. Es sollten Details geklärt werden. Hans Gschwendtner, Vorsitzender der Genossenschaft SeWoKo und Architekt Ulrich Hackl hatten ihre Hausaufgaben gemacht. Sie legten nicht nur detaillierte Baupläne für das zweigeteilte Gebäude entlang der Ammerseestraße und Bäckergasse vor, sondern lieferten auch die wirtschaftliche Konzeption des Genossenschaftsprojekts und einen Finanzierungsplan für die 3,85 Millionen teure Wohnanlage. „Derzeit hat die Genossenschaft 18 Mitglieder, zwölf haben eine der 19 geplanten Wohnungen beantragt und fünf stehen auf der Warteliste“, so Gschwendter.

Zwischenzeitlich hatte das Planungsteam auch drei Standorte als Ersatz für den dann wegfallenden kleinen Wertstoffhof ins Auge gefasst: südlich des neuen Friedhofs, am südlichen Ende des Keckweges und an der südöstlichen Gebäudeecke des Feuerwehrhauses. Willi Huß (BV) brachte noch einen vierten in die Diskussion ein: an der Stelle des abgebrochenen Buswartehäusls an der Georg-Holzmüller-Straße.

Architekt Hackl wies zudem nach, dass der für die Tiefgaragenzufahrt wegfallende Stellplatz etwas weiter westlich Platz finden könnte. Die auch vom Landratsamt in einem Vorgespräch kritisierten Dacheinschnitte sind nach neuen Plänen verglast und in den Flächen der großen PV-Anlagen kaum wahrnehmbar.

Doch das alles konnte die Gemeinderäte nicht überzeugen. Es wurde klar, dass weniger bauliche Detailfragen das Problem sind, sondern der Standort am Gemeindezentrum. Maria Klotz (BV) berichtete, dass Teile der Bevölkerung finden, dass die Gemeinde den für das Dorffest genutzten Platz nicht hergeben dürfe.

„Es zwickt überall“, sagte Manfred Ziegler (CSU). Er pflichtete seiner Parteikollegin Kirstin Korthländer bei. Sie schlug erneut vor, den Keckweg als Standort zu prüfen. „Wir sollten dort ein neues Gebiet entwickeln, wo neben Kindergarten und Nahversorgung eben auch SeWoKo Platz findet“, so Ziegler. Der Architekt bezeichnete den Vorschlag zwar als unrealistisch. Geprüft werden könnte der Standort am Keckweg trotzdem.

Vize-Bürgermeister Andreas Folger (BV) erinnerte daran, dass der Gemeinderat den Standort am Rathaus bereits befürwortet hatte und warb dafür, die offizielle Bauvoranfrage mit den jetzt angepassten Details nochmal dem Gremium vorzulegen. Ein Vorschlag, mit dem er Bürgermeisterin und CSU nicht überzeugen konnte.

Am Rande regte Gabi Golling (Grüne) an, zu prüfen, inwieweit man mittels einer Kontingentierung sicherstellen könne, dass Kottgeiseringer bei der Wohnungsvergabe Vorrang erhalten. Peter Gallenmüller, Schriftführer der SeWoKo erklärte, dass dies am leichtesten über eine Zahl an Sozialwohnungen umzusetzen sei.

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