Sie wehren sich gegen Pläne

Anwohner sammeln Unterschriften gegen Straßenausbau

Kottgeisering – Die Anwohner der Johannishöhe wollen neue Wasserleitungen vor ihrer Haustür. Aber keine sanierte Straße – das ist ihnen zu teuer. Sie sammeln Unterschriften gegen den Ausbau.

Der Vollausbau mindestens eines Straßenabschnittes in der Johannishöhe rückt näher. Bei einer gemeinsamen Ortsbesichtigung mit den Anwohnern hatte sich der Gemeinderat von dem schlechten Zustand der Kiesstraße überzeugt. Nicht nur durch parkende Fahrzeuge, sondern auch durch ungünstiges Profil kommt es zu Problemen beim Winterdienst. Ganz abgesehen davon ist das Stopfen der Schlaglöcher ein Dauerthema – die Anwohner hatten aber immer wieder dabei geholfen, die Löcher zuzumachen.

Die Asphaltierung käme die Anwohner teuer zu stehen, weil es sich um eine erstmalige Erschließung handelt: Im beidseitig bebauten Straßenabschnitt zwischen der Hausnummer 9 und dem kleinen Kreisel weiter östlich müssten die dortigen Grundstückseigentümer 90 Prozent der Kosten übernehmen.

Auslöser für die Straßenausbau-Überlegung der Gemeinde ist der für das Frühjahr geplante Austausch der Wasserleitungen. Der ist nötig, weil die Rohre marode sind und nicht genug Wasser durchkommt – im Falle eines Feuers könnte das schlimm ausgehen.

Nach dem Einbau der neuen Leitung müsste die Straße weitgehend neu gebaut werden – meint der Gemeinderat. Diesen Zusammenhang sehen die Anwohner aber nicht, wie sie nun in einem Antrag an den Gemeinderat formulierten.

Die Unterzeichner führen zwei Seiten auf, warum sie den Ausbau ablehnen

Karl Graf hatte in der Nachbarschaft knapp 20 Unterschriften gesammelt. Die Unterzeichner führen auf zwei Seiten auf, warum sie den Straßenausbau nicht wollen und dass die Straßenqualität anderweitig sichergestellt werden müsse.

„Trotz des geringen Verkehrs würde ein Vollausbau die Anwendung der Verkehrslärmschutzverordnung nach sich ziehen“, schreibt Graf im Namen der Anwohner. Darüber hinaus spekuliert er über die Notwendigkeit, wegen der Versiegelung das Umweltverträglichkeitsgesetz anzuwenden, weil die Johannishöhe in einem „landschaftsnahen Gebiet“ verlaufe. „Die Anliegerschaft widersteht dem inzwischen überholten Zeitgeist, jeden Quadratmeter Natur unter dem Vorwand ‚Investitionsstau‘ zu versiegeln“, heißt es in dem Schreiben. Vorsorglich erklären die Grundeigentümer auch, einer gegebenenfalls gewünschten Abtretung von Straßengrund nicht zuzustimmen.

Der Gemeinderat lehnt den Antrag ab

Oskar Ostermeir (CSU) betonte, dass die Straßensicherung Pflichtaufgabe einer Gemeinde sei, die nicht auf die Anwohner übertragen werden könne. Der Gemeinderat lehnte den Antrag der Nachbarn einstimmig ab.

Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV) will jetzt ein Ingenieurbüro mit einer Kostenschätzung für den Vollausbau beauftragen. Parallel soll die Verwaltung rechtliche Details eruieren.

Eine Einsichtnahme in das als geheim eingestufte Löschwasserkonzept verwehrte die Bürgermeisterin Karl Graf. Spekulationen besagen, dass darin festgestellt wird, dass das Löschwasser auch in anderen Gemeindeteilen im Brandfall nicht ausreicht. Meissner will mit dem Verschluss der Informationen offensichtlich Verunsicherungen in der Bevölkerung vermeiden.

Rubriklistenbild: © dpa

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