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Probiert schon fleißig den Flügelschlag aus: Der junge Storch auf dem Kottgeiseringer Feuerwehrturm. 

Auf dem Turm der Feuerwehr

Bald ist Kottgeiserings Jung-Adebar flügge: Countdown im Storchennest

2018 ist generell ein gutes Storchenjahr – wegen der anhaltend warmen und trockenen Witterung. Und so sieht alles danach aus, dass endlich auch im Landkreis wieder ein Storchenkind flügge wird.

Kottgeisering – Seine Ungeduld ist ihm anzumerken. „Er flattert und hüpft in seinem Nest herum, aber das mit der Schwerkraft ist noch so ein Problem“, berichtet Elisabeth Eder. Sie beobachtet oft das Storchennest in ihrer Nachbarschaft. Neun Wochen nach seiner Geburt ist der Storchennachwuchs unbekannten Geschlechts zu einem prächtigen Vogel herangewachsen. Wenn er seine Flügel spannt und erste Flugversuche unternimmt, ist er schon eine recht imposante Erscheinung.

Der Schnabel beginnt sich von schwarz nach rot zu verfärben. Fast ständig ist er am Rand seines Horstes stehend zu sehen. „Er hält Ausschau nach seinen Eltern, die nach wie vor viel Futter für ihn heranschaffen“, erklärt Elisabeth Eder. Und vielleicht, um sich seine erste Flugbahn vom Dach des Schlauchturmes des Feuerwehrhauses zwischen die Häuser des Dorfes auszusuchen.

Damit der junge Storch mehr Platz für seine Flügelschläge hat, weichen seine Eltern, die sowieso selten beide gleichzeitig da sind, auf das Dach der alten Gemeindekanzlei aus. Die liegt 60 Meter entfernt vom eigentlichen Nest und beherbergt den Aufbau der Feuerwehrsirene. Darauf lassen sich die Vogeleltern besonders gerne nieder.

Adebar junior hat in den letzten Wochen die ganze Familie Eder samt Enkelin Nina in Atem gehalten. Das Mädchen hat einen eigenen Namen für das Storchenkind: KlappKlapp nennt sie es.

Durch das Küchenfenster war das Nest praktisch unter Dauerbeobachtung, Dieter Eder hat sogar eine Kamera im Dachfenster installiert, die in gewissen Zeitabständen automatisch Fotos schießt. „Wir rechnen mit seinem ersten Flug in den nächsten Tagen“, sagt er. Ob und wie lange die Kinderstube auf dem Schlauchturm dann noch Anlaufpunkt für den jungen Storch sein wird, ist schwer vorherzusagen. Jedenfalls kann er dann selbst auf Mäusejagd gehen, um Kraft zu sammeln. Denn für seinen ersten langen Flug in das Winterquartier im Süden wird es dann auch schon bald höchste Zeit.

In Kottgeisering ist die Freude über den Storchennachwuchs nicht nur bei den Eders groß. Denn auch wenn der Storch das Symbol für Kinderreichtum ist, in der eigenen Kinderstube haben es Vögel zumindest in unseren Breiten nicht einfach. Im Kloster St. Ottilien und auf dem Turm der Brauerrei Maisach hatte man in der Vergangenheit vergeblich Plattformen für Nester gebaut – und wieder aufgegeben. Zu traurig war es, wenn die Storchenjungen wegen späten Schneeffalls, Kälte oder Nässe frühzeitig wieder gestorben sind.

In Kottgeisering hat man jahrelang versucht, die weiß-schwarzen Vögel anzulocken. Sogar eine Wiesenlandschaft an einem Bach wurde umgestaltet, damit die Tiere bessere Möglichkeiten für die Futtersuche vorfinden. Jetzt endlich hat es geklappt. (mjk)

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