Hier sollte Bauland geschaffen werden: das Gebiet zwischen der Kreuzackersiedlung und der Villengegend.	Fotos: mjk
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Hier sollte Bauland geschaffen werden: das Gebiet zwischen der Kreuzackersiedlung und der Villengegend. Fotos: mjk

Kottgeisering

Grundstück in Hanglage: Besitzer wartet seit 35 Jahren auf Baurecht

  • VonMax-Joseph Kronenbitter
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Vor über 35 Jahren wurde in Kottgeisering überlegt, ein Gebiet zwischen der Kreuzackersiedlung und der Villengegend als Bauland auszuweisen. Einige kauften sich deshalb dort Grund. Doch aus der Sache wurde nichts. Aktuell äußert deshalb wieder ein Grundbesitzer Vorwürfe gegen die Gemeinde und einbezogene Behörden.

Kottgeisering – Die Grundstücke sind aufgeteilt und parzelliert und die Verlängerung der Straße am Hohen Weg in Richtung Nordosten ist zumindest in der Flurkarte deutlich erkennbar. Was seit über 35 Jahren noch fehlt, das ist das Baurecht. Damit hadert einmal mehr einer der Grundstücksbesitzer, der sich von der Gemeinde getäuscht sieht und seitdem auch von allen Behörden bis zum Bayerischen Innenministerium im Regen stehen gelassen fühlt.

„Mein Schwiegervater Hermann Ott hat das Grundstück Anfang der 1980er-Jahre gekauft, weil Baurecht in Aussicht war“, berichtet Detlef Frenzel. Diese Hoffnung gründete sich auf die Absicht der Gemeinde Kottgeisering unter dem damaligen Bürgermeister Ludwig Kratz, das Gebiet zwischen der Kreuzackersiedlung und der Villengegend im Flächennutzungsplan als Bauland auszuweisen. Ein solcher war gemeinsam mit der Nachbargemeinde Grafrath seit 1978 im Entwurfsstadium.

Regierung war dagegen

Der Baulandausweisung wollte die Regierung von Oberbayern als die genehmigende Stelle im Jahr 1984 aber nicht entsprechen. Das Gebiet wurde explizit ausgeschlossen und dafür Grafrath – so die Darstellung Frenzels – umfangreiches Baurecht eingeräumt. Das wollte die Gemeinde Kottgeisering nicht hinnehmen und klagte dagegen beim Verwaltungsgerichtshof. Auch eine Petition der Bauwilligen beim Bayerischen Landtag half nichts, Baurechts gab’s auch in zweiter Instanz nicht. Das Gericht bestätigte die Auffassung der Regierung von Oberbayern. Diese hatte argumentiert, dass die Hanglage von der Bahnlinie München – Lindau in Richtung Ampermoos bedeutend und landschaftsprägend sei und gemäß den Zielen des Landesentwicklungsprogramms von der Bebauung unbedingt freizuhalten sei. Ein weiterer Ablehnungsgrund war die Befürchtung, dass die beiden Siedlungen am Kreuzacker und an der Villenstraße Süd durch die Bebauung zusammenwachsen würden und sich so eine unerwünschte, bandartige Entwicklung ergeben könnte.

Unzählige Briefe

„Die Gemeinde hat die damals gegründete Interessensgemeinschaft nicht mehr unterstützt und entwickelte ein anderes Baugebiet, wo die ortsansässigen Bauern ihre Grundstücke hatten“, so der Vorwurf Frenzels. Unzählige Briefe an Behörden und Abgeordnete kursierten in den folgenden Jahren, auch die drei Bürgermeister Josef Drexler, Sandra Meissner und jetzt Andreas Folger wurden immer wieder kontaktiert.

Tenor aller Antworten: An der damaligen Begründung hat sich nichts geändert. „Die Gemeinde will nicht, dabei wären wir mit einer Gewinnabschöpfung durch die Baulandausweisung einverstanden“, hadert Frenzel, der mittlerweile in der Hallertau wohnt.

Andreas Folger (Bürgervereinigung) bestätigte auf Nachfrage, dass Frenzel diesbezügliche Vorschläge gemacht hatte, die aber mit Rücksicht auf die Entscheidungskompetenz des Gemeinderats unkommentiert blieben. Der Bürgermeister zeigte sich vor dem Hintergrund des Gerichtsurteils jedoch über die Realisierbarkeit skeptisch: „Herr Frenzel soll einen Antrag stellen, dann werden wir wie bei bisherigen Anträgen darüber im Gemeinderat beraten.“

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