Nach dem Flicken der Leitung an der ersten Bruchstelle wird hier eine Grube verfüllt.
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Nach dem Flicken der Leitung an der ersten Bruchstelle wird hier eine Grube verfüllt.

Kottgeisering

Drei Rohrbrüche – kurz vor der Sanierung

  • VonMax-Joseph Kronenbitter
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Es war wie ein Ausrufezeichen, um die Notwendigkeit der Erneuerung der Wasserleitung zu unterstreichen: Drei Rohrbrüche passierten innerhalb kürzester Zeit in Kottgeisering. Drei Tage zuvor hatte sich der Gemeinderat mit der Erneuerung der Leitung befasst.

Kottgeisering – Um 5 Uhr platzte die Trinkwasserleitung in der Grafrather Straße zum ersten Mal – und das Wasser sprudelte aus Ritzen und Fugen in Straße und Gehweg. Kurz darauf folgten zwei weitere Brüche und stellten die herbeigerufene Straßenbaufirma vor die Frage, wo man anfangen soll. Zwei Brüche waren im Altort im Abstand von weniger als hundert Metern passiert, einer in der Kreuzackersiedlung an der Abzweigung zum Hohen Weg. Während man in der Vergangenheit Übungen der Feuerwehr mit plötzlicher Entnahme großer Wassermengen für die Brüche verantwortlich gemacht hatte, gibt es diesmal keine Erklärung. Besonders ärgerlich: Die Trinkwasserleitung wird ab Spätherbst sowieso komplett erneuert – und muss jetzt für vier Monate teuer geflickt werden.

Einem Sanierungskonzept folgend waren in den vergangenen Jahren viele Abschnitte des Kottgeiseringer Leitungsnetzes ausgetauscht worden. An der Notwendigkeit der Erneuerung der Leitung in der Grafrather Straße bestand auch vor dem jüngsten Malheur kein Zweifel, nachdem die alte Faserzementleitung aus den 1960er-Jahren x-mal geplatzt war.

Der Gemeinderat hatte sich dazu wenige Tage vorher von Marlies Prahtel vom Ingenieurbüro Schlegel beraten lassen. „Wir schlagen die Erneuerung der Leitung zwischen dem Kriegerdenkmal und der Abzweigung zur Villenstraße Süd vor“, so die Ingenieurin. Auf den 1050 Metern lägen 22 Hausanschlüsse, die auch ausgetauscht werden sollten. Die Erneuerung der Leitung zu den Häusern sei Sache der Grundstücksbesitzer, die von der Baufirma ein Angebot erhalten. Um das Strömungsverhalten zu optimieren, werde man die Leitung in einigen Bereichen aufweiten, in anderen den Durchmesser schmaler machen, sagte sie.

Die Kosten werden derzeit mit 1,25 Millionen Euro angegeben. Teurer als gedacht, weil belastete Böden entsorgt werden müssen. Zudem müsse man aus Platzgründen in weiten Abschnitten in den Straßenraum ausweichen. Dies erfordere eine halbseitige Sperrung der Grafrather Straße während der geschätzten vier Monate Bauzeit. Dass die Wiederherstellung der Straße mit der geplanten Erneuerung der Kreisstraße durch den Landkreis abgestimmt wird, wollte Prahtel nicht versprechen.

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