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Brisante Ergebnisse

Geheime Studie: Dramatischer Wasserverlust

Eineinhalb Jahre wurde die Studie Löschwassersituation unter Verschluss gehalten. Jetzt wurde sie veröffentlicht und brachte ans Licht: Es gibt dramatische Wasserverluste.

Kottgeisering Auf Antrag eines Anwohners der Johannishöhe hatte Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV) das beauftragte Planungsbüro gebeten, die Ergebnisse im öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung vorzustellen. Die Wasserverluste in den letzten Jahren und ein Wasserdruck, der bei vielen Anwesen den Mindestanforderungen der Feuerwehr nicht genügt, wurden so offenkundig.

50 000 von 125 000 Kubikmetern Frischwasser gehen im maroden Kottgeiseringer Wassernetz verloren. „Auffällig war, dass es in den vergangenen Jahren immer mehr wurde“, erklärte Achim Drechsler vom Ingenieurbüro Schlegel aus München. Eine Stagnation des Anstiegs war in dem Jahr zu verzeichnen, als die komplette Dorfstraße neue Wasserleitungen erhielt. Aber im Jahr drauf hätten die Verluste wieder zugenommen. „80 Prozent der Leitungen sind rund 50 Jahre alt und aus Faserzement. Sie platzen bei der kleinsten Störung“, so der Ingenieur. In der Tat gab es innerhalb von zwei Monaten heuer schon drei Rohrbrüche.

Hinzu kam, dass der Wasserdruck gerade der Häuser um den Wasserturm unter den geforderten zwei Bar lag - zuwenig, um gegebenenfalls eine effektive Brandbekämpfung durchführen zu können. Durch Hochhalten des Wasserstandes im Turm konnte dem teilweise abgeholfen werden. Erste Überlegungen, um eine ausreichende Menge an Löschwasser vorzuhalten, mündeten in der Idee, einzelne Becken, Zisternen oder Löschwasserteiche zu bauen. Im Unterhalt und vor allem beim Bau eine über eine halbe Million Euro teure Angelegenheit.

Der neue Ansatz ist der, die Rohrquerschnitte von jetzt 100 Millimeter auf 150 zu erweitern. „Neue Leitungen sind sowieso fällig und eine neue Trassenführung ausschließlich auf öffentlichem Grund drängen sich auf“, meinte Drechsler. Denn derzeit verlaufen die Leitungen teilweise noch quer durch landwirtschaftliche Flächen. Für einige Anwohner bedeutet das jedoch, dass sie neue Hausanschlüsse herstellen lassen müssen.

Schon Anfang Mai soll es losgehen, der Planer rechnet mit einer Bauzeit von drei Monaten. 640 Meter von insgesamt zehn Kilometer, im Westen beginnend an der Baunbrücke, sollen mit neuen PVC-Leitungen hergestellt werden. „Eine große Investition, die wir aber ohne Kreditaufnahme stemmen wollen“, kündigte Bürgermeisterin Sandra Meissner an, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Konflike mit der Baustellenabwicklung könnte es noch geben, weil die Bahn parallel eine neue Bahnunterführung baut. Der Leitungsgraben sei einen Meter breit und gut 1,50 Meter tief, deswegen soll die komplette Kiesstraße neu hergestellt werden. Der ursprünglich gedachte Vollausbau der Johannishöhe sollte unmittelbar im Anschluss erfolgen, ist aber durch massive Bürgerproteste in die Ferne gerückt. (mjk)

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