Überraschung in kottgeisering

Gemeinderat lehnt Senioren-Wohnprojekt ab

Kottgeisering – Herber Rückschlag für das Projekt Seniorenwohnen in Kottgeisering (SeWoKo): Der Gemeinderat hat die Zustimmung zur Bauvoranfrage verweigert. Zu viele Details sind noch nicht geklärt.

 Wohin soll der Kleine Wertstoffhof verlegt werden und wie viele Stellplätze sind wo zwingend erforderlich? Diese beiden Fragen konnte Architekt Ulrich Hackl bei der Vorstellung des Vorhabens in der Gemeinderatssitzung nicht beantworten. Sie waren für die Mehrheit der Gemeinderäte aber so entscheidend, dass sie das Einreichen der Bauvoranfrage beim Landratsamt verhinderten.

Zuvor hatte Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV) erklärt, dass mit der Bauvoranfrage lediglich geklärt werden soll, ob sich der geplante Baukörper baurechtlich in die Umgebung einfügt. Darüber hinaus hatte Hackl noch einige Detailfragen, zum Beispiel den Erhalt der vorhandenen Bäume betreffend, an das Amt formuliert.

Ein strittiger Punkt des zweigeteilten Gebäudes entlang der Ammerseestraße und Bäckergasse ist die Absicht, durch Laubengänge im rückwärtigen Bereich praktisch eine Dreigeschossigkeit herzustellen. „Die gibt’s in der Umgebung noch nicht, genau so wie die geplanten Dacheinschnitte im Obergeschoss“, fasste Bürgermeisterin Sandra Meissner ein Vorgespräch zusammen, das sie und SeWoKo-Vertreter mit Kreisbaumeisterin Reinlinde Leitz im Landratsamt geführt hatten.

Der Architekt wollte damit die Ausnutzung des Baukörpers optimieren, ohne die dorftypische Optik von der Straßenseite her zu beeinträchtigen. Ulrich Hackl mühte sich vergeblich, den Räten klar zu machen, dass im Falle einer Zustimmung des Landratsamtes noch kein Baurecht bestehe und die Gemeinde weiter zu Detailfragen Stellung nehmen könne. „Die Bauvoranfrage ist ein schlanker Weg, ohne viel Geld zu prüfen, ob ein Gebäude in den genannten Dimensionen Chancen auf eine Baugenehmigung hat“, erklärte der Planer.

„Ein anderer Weg wäre, dass die Gemeinde einen vorhabensbezogenen Bebauungsplan erstellt“, erinnerte Bürgermeisterin Meissner. Darin würde die Gemeinde von vorneherein mögliche Bauumfänge und weitere Auflagen festlegen – ein Vorgehen, das die Verwaltung empfohlen hatte. Die Genossenschaft müsste das Bauvorhaben dann genau danach ausrichten. Die Aufstellung eines solchen Planes dauert mindestens zwei Jahre und ist zudem riskant.

Denn der Bauwerber wäre mit einem städtebaulichen Vertrag verpflichtet, sämtliche Planungskosten zu tragen. Wobei nicht sicher ist, dass das Ergebnis des Bebauungsplan-Verfahrens so ausfallen würde, dass das Wohnprojekt wirtschaftlich noch realisierbar ist. Anders als bei einem privaten Investor, der dieses Risiko durch spätere Gewinne wieder kompensieren kann, ist dies bei einer Genossenschaft nicht möglich.

Die Auflagen, die informell jetzt schon geäußert und in Hackls Planung eingearbeitet wurden, beschneiden den Baukörper jetzt schon. Allen voran die Feuerwehr, die von der dreimal im Jahr benötigten Übungswiese keinen Quadratmeter hergeben will. Die Stellplatzfrage sollte erst vom Landratsamt im Rahmen der Bauvoranfrage geklärt werden. Wie es weitergeht, soll der Gemeinderat in einer Sondersitzung noch vor Weihnachten beschließen. (mjk)

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