Großes Interesse am Senioren-Wohnprojekt

Kottgeisering – Viele Zuhörer drängten sich am Samstagabend ins Sportheim bei der Vorstellung der Planungen zur Seniorenwohnanlage. „Wir tasten uns voran“, sagte Hans Gschwendtner, der Vorsitzende des genossenschaftlichen Projekts.

Zur Veranschaulichung des geplanten zweigeteilten Gebäudes hatte Architekt Ulrich Hackl ein Modell dabei: „Der zweigeteilte Bau stellt einen massiven Gebäudekomplex dar.“ Der Teil in der Bäckergasse sei ähnlich groß wie das Rathaus samt Feuerwehrhaus nördlich davon. Der zweite Teil steht in etwa an der Stelle, wo bis Ende der 1980er-Jahre der alte Hackl-Hof stand. „Das Ortszentrum verträgt dieses Bauvolumen, ähnliche Gebäude gibt es bereits in der Ammerseestraße etwas weiter nördlich“, erklärte Hackl. Begrenzender Faktor im Osten sei eine Wiese, die für Feuerwehrübungen auf einer Breite von 30 Metern freizuhalten sei. Rund 19 Wohneinheiten sind geplant.

Sabine Weng von der Koordinationsstelle „Wohnen im Alter“ des Sozialministeriums bestätigte, dass diese Wohnform derzeit absolut im Trend sei: „Die Anlage basiert auf dem Prinzip der solidarisch sorgenden Gemeinschaft der Bewohner mit den Bürgern.“

Kathi Probst von der Seniorenfachberatung des Landratsamts lobte die Tatsache, dass es im Ort Leute gebe, die das anpacken. „In der Beratungsstelle sehe ich täglich, dass ältere Leute mit ihrem bisherigen Eigenheim nicht mehr zurecht kommen, kein Wohngeld beziehen können und auch kein Geld für das Altenheim haben“, erklärte sie. Weiterhin stellte Probst fest, dass Kottgeisering von dem Genossenschaftsprojekt profitieren werde.

Auf misstrauische Fragen, warum auch Auswärtige sich im Vorstand engagieren oder wie sichergestellt werden könne, dass sich nur Kottgeiseringer Bürger um eine Wohnung bewerben dürfen, konterte Hans Gschwendtner, dass man Auswärtige nicht ausgrenzen wolle und auch nicht dürfe: „Das widerspricht dem EU-Recht, jeder darf Anteile zeichnen und sich auf die Zuteilungs- oder Warteliste setzen lassen.“ Wichtigstes Kriterium sei der Zeitpunkt des Eingangs der vorgeschriebenen Finanzeinlage.

Zuhörer monierten die ungenauen Perspektiven und die geänderten Quadratmeterzahlen der entstehenden Wohnfläche. Martin Ostermeir etwa kritisierte, dass mit Abbruch des alten Austraghäusls auch der Jugendraum wegfalle. Einen Ersatz konnte Gschwendtner ihm nicht anbieten. Gleichwohl seien Kooperationen der Jugend mit Senioren unbedingt erwünscht.

Um Interessenten muss der Genossenschafts-Vorstand nicht werben. Auf die Frage von Willi Huß, wer sich für eine der Wohnungen interessiere, schnellten weit mehr Finger nach oben als Wohnungen zur Verfügung stehen werden. Die Bauvoranfrage für das Projekt wird am heutigen Montag, 19.30 Uhr, im Gemeinderat besprochen. (mjk)

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