Statue der Odilie, Kottgeisering, Edeltraud und Walter Ulbrich
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Freuen sich über den neuen Platz für ihre Odilie: Edeltraud und Walter Ulbrich vor dem Bildstock am westlichen Ortsende von Kottgeisering.

Schenkung einer Puchheimerin

Heilige Odilie zieht nach Kottgeisering

  • vonMax-Joseph Kronenbitter
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Neben dem Ortsheiligen Valentin wird jetzt auch die Heilige Odilie in Form einer von der Steinbildhauerin Isabella Palazzo bearbeiteten Figur in Kottgeisering verehrt. Eine Schenkung von der Puchheimerin Edeltraud Ulbrich an die Gemeinde genau zum Namenstag der Heiligen macht es möglich.

Kottgeisering – Der feierliche Gottesdienst am Festtag der heiligen Odilie, in dessen Rahmen die Figur von Pfarrer Flavian Michali gesegnet wurde, war ganz nach dem Geschmack von Edeltraud Ulbrich. Der Franziskanerpater hatte die vor genau 1300 Jahren im Elsass verstorbene Schutzpatronin für das Augenlicht in den Mittelpunkt seiner Messe gestellt.

Mit ihrem Mann Walter besucht die Erzieherin und Theologin öfters die Gottesdienste in Kottgeisering. „Auf unserem Pilgerweg von Puchheim nach St. Ottilien kommen wir immer durch Kottgeisering“, begründet sie ihren Bezug zur Ampermoosgemeinde. Zu allen vier Jahreszeiten sei die Pilgerbegleiterin schon mit mehr oder weniger Pilgern auf ihrem persönlichen „Odilienweg“ unterwegs gewesen und hätte die besondere Lage des Ortes schätzen gelernt.

So ist ihr auch der Kreuzberg genannte Hügelrücken am westlichen Ortsende bekannt. Dort steht neben Bank und Kruzifix und unter zwei Birken auch ein weiß gestrichener, schindelgedeckter Bildstock, in dem bis dato eher wertlose Gipsfiguren aufgestellt waren. Ein perfekter Ort für die Heilige, die vor allem im acht Kilometer entfernten Benediktinerkloster St. Ottilien verehrt wird.

„Wir haben sie in den letzten Jahren in unserem Wohnzimmer gehabt“, berichtet Edeltraud Ulbrich. „Aber wir sind froh, jetzt einen hoffentlich dauerhaften Ort für die Zukunft gefunden zu haben“, sagt die Lehrerin, die 37 Jahre lang Religionsunterricht an der Grund- und Hauptschule Puchheim erteilt hat.

Die Figur war ein Auftragswerk an eine Steinbildhauerin, weil Odilies Leben und Wirken Edeltraud Ulbrich so bewegt. Odilie, die spätere Gründerin von zwei Klöstern und Äbtissin wurde der Legende nach blind geboren und erlangte erst bei ihrer Taufe im Alter von zwölf Jahren das Augenlicht. Das Grab der um 660 Geborenen befindet sich am Fuße des Wallfahrtsortes Odilienberg im Elsass.

Ergänzt werden soll jetzt noch am Bildstock der Schriftzug „Heilige Odilie, bitt’ für uns!“– um die Figur damit – neben dem für die Heilige charakteristischen dritten Auge – eindeutig identifizierbar zu machen.

Weil der Grund, auf dem der Bildstock steht, der Gemeinde Kottgeisering gehört, verfasste Bürgermeister Andreas Folger eine offizielle Schenkungsurkunde.

Als Paten genannt sind in dieser Urkunde auch Elisabeth Heitmayr, Johanna Keller und Oskar Ostermeir, die sich um die Pflege, Blumenschmuck und Erhalt des Areals kümmern. „Die heilige Odilie ist eine besondere Bereicherung dieses Platzes“, findet auch Johanna Keller.

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