Hier möchte eine Meringer Firma auf rund 14 Hektar einen Freiflächen-Solarpark errichten. Weitgehend Baum- und Strauchfreie Grundstücke entlang der Bahnlinie lassen PV-Anlagen in Kottgeisering bei Investoren attraktiv erscheinen.
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Hier möchte eine Meringer Firma auf rund 14 Hektar einen Freiflächen-Solarpark errichten. Weitgehend Baum- und Strauchfreie Grundstücke entlang der Bahnlinie lassen PV-Anlagen in Kottgeisering bei Investoren attraktiv erscheinen.

Erneuerbare Energien

Investor wirbt wohl vergeblich für Solarpark in Kottgeisering

  • VonMax-Joseph Kronenbitter
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Goldgräberstimmung im Photovoltaik-Dorf Kottgeisering: Nach den Stadtwerken Fürstenfeldbruck, die westlich des Ortes schon vier Photovoltaik-Anlagen betreiben, möchte jetzt ein weiteres Unternehmen einen Freiflächen-Solarpark planen.

Kottgeisering – Nicht zuletzt die flächenmäßige Ausdehnung sorgte für kontroverse Diskussionen im Klimaschutz-Ausschuss.

Den Antrag auf informellen Vorbescheid für die Ausweisung eines Sondergebietes Photovoltaik hatte eine Meringer Firma eingereicht. Weitgehend baum- und strauchfreie Grundstücke entlang der Bahnlinie lassen PV-Anlagen in Kottgeisering attraktiv erscheinen. In einem Streifen von je 200 Metern rechts und links der Schienen besteht zudem ein Vergütungsanspruch im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes des Bundes (EEG).

Stefan Milzarek, Geschäftsführer des Unternehmens für schlüsselfertige Solarkraftwerke, hatte im Klimaschutz-Ausschuss des Gemeinderates seine Pläne präsentiert. Ihm zufolge umfasst das Projekt nordwestlich der Bahnlinie eine Fläche von rund 14 Hektar und sei vom Ort nicht einsehbar. „Dabei wird die landwirtschaftliche Bodennnutzung durch den Anbau von hoch ertragsfähigen Nektarpflanzen weiterhin ermöglicht“, so Milzarek. Dies trage zur „Beruhigung des Bodens“ bei, schaffe Lebensraum für Insekten und lasse positive Effekte auf umliegende Landwirtschaftsflächen erwarten. Es könnten zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen von 25 500 Euro jährlich gemacht werden.

Wichtiger Schritt

Die Ausschuss-Mitglieder der Grünen, SPD und Freien Wähler sahen in dem Projekt einen wichtigen Schritt, die Klimaschutzziele zu erreichen und die CO2-Bilanz in Kottgeisering zu verbessern. Die Vertreter der CSU und der Bürgervereinigung zeigten sich eher skeptisch und sorgten sich um Landschaftsbild und Erholungscharakter des Gebietes, das in den vergangenen Jahren zunehmend attraktiv für Ausflügler und Spaziergänger geworden sei. Die jetzt angefragte Fläche umfasst ein Mehrfaches dessen, was bisher bereits realisiert oder in Planung sei. Die beiden Fraktionen schlugen vor, die Auswirkungen der bereits geplanten Anlagen abzuwarten und dann erneut abzuwägen.

Für Irritationen sorgte in der Sitzung des Klima-Ausschusses, dass der Vorhabensträger bis dato noch nicht mit den Grundstücksbesitzern über seine Pläne für deren Äcker gesprochen hatte. Milzarek sagte dazu, er bevorzuge eine andere Herangehensweise: Er wolle zuerst die Zustimmung der Gemeinde einholen, weil diese die Planungsziele festlege und für die Erreichung der Klimaschutzziele verantwortlich sei. Immerhin hatte Bürgermeister Andreas Folger (Bürgervereinigung) einige Besitzer darüber vorab informiert, dass über ihre Grundstücke im Ausschuss diskutiert werde.

Nach Tagblatt-Recherchen stehen die Grundstücksbesitzer einer Photovoltaik-Anlage derzeit überwiegend ablehnend gegenüber. Durch das Abstimmungsergebnis im Ausschuss (3:3 Stimmen und damit abgelehnt) sind weitere Diskussionen vorerst sowieso hinfällig.

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