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Kottgeisering

Bio-Bauer will Halle für 5000 Legehennen bauen: Massiver Widerstand im Gemeinderat

Der Bau einer über 1500 Quadratmeter großen Halle für 5068 Legehennen ist die neueste Idee des Bio-Bauern Erich Klas. Doch das Projekt löst bei Kottgeiserings Gemeinderäten massiven Widerstand aus.

Kottgeisering Schon mit zahlreichen vorangegangenen Baumaßnahmen war Erich Klas wegen nicht eingehaltener Auflagen und maximaler Flexibilität bei der später ganz anderen als ursprünglich beantragten Nutzung im Dorf angeeckt. Nun hat Michael Pütz, ein Anlieger der Dorfstraße, die aktuelle Viertelstunde im Gemeinderat genutzt, um sein Leid über die seit 13 Jahren anhaltenden Baumaßnahmen westlich des Dorfes und den damit verbundenen Lkw-Verkehr zu klagen. „Lassen Sie sich nicht ständig vom Gängelband des Herrn Klas führen“, appellierte er an die Gemeinderäte.

Räume für die Eiersortierung

Neben der Halle, in der zwei Stallungen sowie Räume für Eiersortierung, Lagerung und Büro untergebracht sind, sieht der Eingabeplan auch eine knapp 19 000 Quadratmeter große Auslauffläche vor. Diese soll wegen der angestrebten Bio-Haltung der Hennen mit Heckenstreifen aus Haselnusssträuchern bepflanzt werden. Weitere Bäume und eine Steuobstwiese dienen als Ausgleich für den durch die Halle und „befestigte Flächen“ entstehenden Eingriff in den Naturhaushalt.

Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV) hatte schon vor der Sitzung problematische Punkte bei dem Bauvorhaben zusammengetragen, dessen Privilegierung vom Landratsamt unter Beteiligung des Amt für Landwirtschaft und Forsten noch zu prüfen ist. „Die Erschließungsstraße ist nur 4,50 Meter breit und die nächstgelegene Wohnbebauung ist nur 37 Meter an dem Auslauf dran“, so Meissner. Gleichwohl sei die Anzahl der Legehennen weit unter den Grenzwerten des Immissionsschutzgesetzes. Dem widersprach Andreas Folger (BV), der sehrwohl eine Beeinträchtigung durch Immissionen bei 5000 Hühnern sah.

Entwässerung unzureichend?

Keine Aussagen gibt es Meissner zufolge in dem Eingabeplan zum Brandschutz, zur Abwasserentsorgung und Erschließung sowie zu den Betriebszeiten mit „gewerbeähnlichen Zügen“. Darüber hinaus seien angeblich bestehende Elemente im Plan falsch dargestellt.

Bauingenieur Manfred Ziegler (CSU) bezeichnete die vorgesehene Entwässerung der Flächen mittels einiger Sickerschächte als völlig unzureichend, Oskar Ostermeir (CSU) erinnerte daran, dass sich die Halle in einer Senke befinde und somit überflutungsgefährdet sei. Schon bei der seit über einem Jahr fertiggestellten Halle neben dem jetzt geplanten Geflügelstall gebe es Probleme, weil die Versickerung nicht auf dem Gelände sondern auf die Straße erfolgt und die Eingrünung fehle.

„Klas-City“

Kirstin Kortländer (CSU) ging sogar noch weiter in die Entstehungsgeschichte von „Klas-City“ zurück und monierte, dass es zu viele Verstöße durch die tatsächliche Nutzung gebe, die eine Privilegierung nicht mehr rechtfertigen würden. „Ich fordere einen Ortstermin mit den Behörden, die die Bauvorhaben damals genehmigt haben“, so Kortländer. Auch Andreas Folger sprach von einer entstehenden Splittersiedlung, die bauaufsichtlich überprüfungswürdig sei.

Klare Ablehnung

Dass die Behörden erneut das Einvernehmen der Gemeinde ersetzen und das Bauvorhaben als privilegiert durchwinken, wollen die Kottgeiseringer Räte diesmal nicht hinnehmen. „Immerhin wurde kürzlich seine dritte Änderung der bestehenden Halle vom Landratsamt abgelehnt“, erinnerte die Bürgermeisterin. Aus diesem Grund wurde die Verwaltung beauftragt, die Gründe für die einstimmige Ablehnung des Bauantrages dem Landratamt dezidiert zu erläutern. (mjk)

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