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Wo stochert er denn? Die Exkursionsteilnehmer auf der Suche nach dem Großen Brachvogel.

Im Ampermoos 

Ausschau halten nach dem Großen Brachvogel

Die Großen Brachvögel sind aus ihren Überwinterungsgebieten zurückgekehrt und brüten bereits im Ampermoos. Der Landschaftspflegeverband (LPV) führte den beiden Gebietsbetreuern Ampertal und Ammersee Interessierte ins Ampermoos. Die Exkursion ist Auftaktveranstaltung zur Artenschutzkampagne „Bayerns Ur-Einwohner“.

Grafrath/Kottgeisering – Pius Keller, Bürgermeister von Türkenfeld und Vorsitzender des LPV, begrüßte die rund 40 Exkursionsteilnehmer. Der LPV Fürstenfeldbruck beteilige sich in diesem Jahr erstmals an der Artenschutzkampagne Bayerns, sagte er. Umso mehr freue ihn das große Interesse.

Das Ampermoos ist mit 600 Hektar eines der größten noch bestehenden Flusstal-Niedermoore Deutschlands. Charakteristisch sind seine Feuchtwiesen, die sich vom Nordende des Ammersees bis nach Grafrath in den Landkreisen Starnberg, Landsberg am Lech und Fürstenfeldbruck erstrecken.

Der Große Brachvogel war früher dort ein häufiger Brutvogel. Dies änderte sich jedoch seit den 1960er-Jahren, als die traditionelle Streuwiesenmahd aufgegeben wurde. Die Flächen fielen brach – und Schilf sowie Gebüsche wuchsen auf. Damit verlor der Brachvogel die von ihm benötigte offene Wiesen-Landschaft. Seit Ende der 1970er-Jahre galt er im Ampermoos als ausgestorben.

Da ist er!

Mit der Gründung des Brucker LPV im Jahr 1991 wurde die Streuwiesennutzung wieder mit örtlichen Landwirten aufgenommen und stetig ausgeweitet. Auch andere Maßnahmen verbessern den Lebensraum für den Großen Brachvogel. Zwar kehrte er in den Folgejahren wieder in seine alte Heimat zurück, seine Brutversuche blieben jedoch erfolglos. Um die Nester vor Eierdieben, etwa dem Fuchs, zu schützen, wurde 2007 mit dem aktiven Gelegeschutz durch Zäunung begonnen.

„Mit Erfolg: 2017 brüteten sieben Paare, vier Küken wurden flügge“, berichtete LBV-Geschäftsführerin Petra Kotschi. „Die Bestände des Großen Brachvogels sind bayernweit im Rückgang. Deshalb ist der Aufwärtstrend unserer Population so bedeutsam.“

Sebastian Böhm, Gebietsbetreuer Ampertal, erklärte die Notwendigkeit der Sohlschwelle bei Grafrath. Diese ist zur Wiedervernässung des Ampermooses wichtig, damit die seltenen Pflanzen und Tiere erhalten bleiben. Auch der Große Brachvogel profitiert von den feuchteren Flächen, da er mit seinem langen und gebogenen Schnabel nach Insekten im Boden stochert. Christian Niederbichler als Gebietsbetreuer Ammersee stellte den Großen Brachvogel genau vor.

Mit Fernglas und Spektiv konnten die geduldigen Exkursionsteilnehmer dann auch einen Großen Brachvogel vor ihrer Linse betrachten. Aber auch der flötende und melodiöse Balzgesang der männlichen Brachvögel wird den Exkursionsteilnehmer noch lange im Gedächtnis bleiben.

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