Ein Handwerker arbeitet auf einer Baustelle an Betonstahlträgern.
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In Kottgeisering entschied man sich für die Novelle und gegen eine eigene Satzung. (Symbolbild)

Nur die Grünen wollten größere Abstandsflächen in eigener Satzung regeln

Ja zur dichteren Bebauung

  • vonMax-Joseph Kronenbitter
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Im Gemeinderat Kottgeisering diskutierte man über die Novelle der Bayerischen Bauordnung. Am Ende fiel die Entscheidung parteiübergreifend eindeutig aus. Die Grünen stimmten dagegen.

Kottgeisering - Die Frage wird derzeit in allen Kommunen im Freistaat diskutiert: Sollen die mit einer Novelle der Bayerischen Bauordnung deutlich reduzierten Grenzabstände zwischen Häusern beziehungsweise Grundstücken mittels einer gemeindlichen Satzung ausgehebelt werden? Auf der Suche nach einer Lösung kam es im Gemeinderat Kottgeisering zu kontroversen Diskussionen. Schlussendlich entschied man sich für die Novelle und gegen eine eigene Satzung.

Bürgermeister Andreas Folger (Bürgervereinigung/BV) hatte die Gemeinderatssitzung extra um eine Woche verschoben. Sein Ziel war, die Räte noch intensiver über das Für und Wider der verdichteten Bauweise zu informieren.

„Angesichts der hohen Grundstückspreise muss man den Platz voll ausnutzen“, sagte Maria Klotz (Bürgervereinigung). „Außerdem weiß ja jeder vor dem Grundstückskauf, wie nah der Nachbar heranrücken könnte.“ Positiv fand sie zudem, dass mit der erhöhten Schaffung von Baurecht auch der Druck auf den Gemeinderat, neues Bauland ausweisen zu müssen, deutlich verringert werde.

Alexandra Stumbaum von den Freien Wähler.

Manfred Ziegler (CSU) sah in der Verdichtung auch eine Reduzierung des Flächenfraßes an den Ortsrändern. „Eine Kröte muss man schlucken, aber allzu dicht wird es nicht werden, denn die Stellplatzsatzung sorgt ja auch für Mindestabstände.“ Auch Alexandra Stumbaum (Freie Wähler) wollte das neue Gesetz der Staatsregierung nicht verändern. Denn es trage der viel zitierten Nachverdichtung Rechnung.

Eindeutig für eine eigene Satzung und damit gegen die Vorgabe der Bauordnung positionierten sich die drei Fraktionsmitglieder der Grünen. „Wir als Gemeinde bleiben viel handlungsfähiger, weil wir Abstandsbebauungen dann flexibler in beide Richtungen verändern können“, sagte Gabi Golling (Grüne).

Gabi Golling von den Grünen.

Katrin Kronenbitter (BV) störte sich vor allem daran, dass die neue Regelung nicht für Städte mit mehr als 250 000 Einwohner gelten soll. „München und andere Ballungsräume verlagern ihr Problem des geringen Wohnflächenangebotes in kleine Gemeinden – aber eine verdichtete Bauweise wäre eher in der Stadt angemessener als auf dem Land“, sagte die Landschaftsarchitektin. Sie befürchtet durch die Neuerung einen Verlust an dörflichen Grünflächen.

In anderen Kommunen wurde eine Kompromisslösung erarbeitet. Doch eine solche fand im Gemeinderat keinen Anklang, sodass in Kottgeisering künftig die neue Bauordnung gilt.

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