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Kottgeisering muss Schulden machen

Seit sieben Jahren ist Kottgeisering schuldenfrei. Doch so wird es nicht weitergehen: Die hohen Ausgaben zur Sicherstellung der Wasserversorgung reißen ein gewaltiges Loch in die Finanzplanung.

Kottgeisering Kerstin Pentenrieder, die Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft in Grafrath, rechnet im Verwaltungshaushalt 2018 noch mit einem Überschuss von 300 000 Euro. Durch zurückgestellte Investitionen müssten auch nurmehr 250 000 statt wie geplant 701 000 Euro aus der allgemeinen Rücklage entnommen werden. „Die Rücklagen sollten also zum Ende des abgelaufenen Jahres noch knapp 1,45 Millionen betragen“, so Pentenrieder.

Damit war es aber mit den guten Nachrichten vorbei. „Heuer brauchen wir wohl den maximal entnehmbaren Betrag von 974 000 Euro und müssen dazu noch einen Kredit von 590 000 Euro aufnehmen“, sagte Pentenrieder.

Um es doch nicht so schlimm werden zu lassen und vor allem, um den Haushaltsplan genehmigungsfähig zu machen, fieselten sich die Räte durch das rund 140-seitige Zahlenwerk, setzten den Rotstift an oder verteilten die Ausgaben auf einen längeren Zeitraum. Aber auch in den folgenden Jahren wird man nicht um weitere, hohe sechsstellige Kreditaufnahmen kommen. Die Trinkwasserleitung in der Villenstraße Süd, die Quellwasserleitung in der Brunnenstraße und die Dorferneuerungsmaßnahmen auf dem Anger dürften die drei größten Projekte im laufenden Jahr sein, die zum großen Teil auch heuer zu bezahlen sind.

Fraglich ist, ob der geplante Grundstückskauf des Schlittenberges realisiert werden kann. Nochmal geschoben werden soll die Erneuerung der Wasserleitung im Hohen Weg, auch wenn schon mal 20 000 Euro Planungskosten angesetzt werden sollen. Angesichts der weggefallenen Beteiligungsmöglichkeit der Grundeigner beim geplanten Straßenausbau in der Johannishöhe beginnt auch hier die Euphorie des Gemeinderats zu bröckeln. Nicht wissend, ob das vertraglich möglich ist, wollen die Räte nurmehr 25 0000 Euro Planungskosten ausgeben (statt 40 000).

Nicht einig waren sich die Räte, ob sie noch mit den geplanten Erschließungsbeitragseinnahmen von 80 000 Euro in der Grafrather Straße rechnen sollen oder ehrlicherweise gleich einen Totalausfall ansetzen sollten. Keine komplett neue Straßendecke gibt es jedenfalls in der Villenstraße Süd nach dem Austausch der Wasserleitung – wodurch die Gemeinde 120 000 Euro spart.

Frustriert stellte Kirstin Kortländer (CSU) fest, dass man sich die geplanten 35 000 Euro für den Waldkindergarten auch sparen könne. Weil man für die bereits beschlossene Einrichtung im Herbst viel zu spät dran sei.

Der Gesamthaushalt dürfte sich nach diesem Streichkonzert deutlich besser präsentieren. Zumal zwischenzeitlich bekannt wurde, dass sich die Gemeinde über Schlüsselzuweisungen vom Staat in Höhe von rund 300 000 Euro freuen darf – statt, wie von der Kämmerei veranschlagt, 50 000 Euro. (mjk)

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