Nach digitaler Vermessung

Neu gebautem Carport droht der Abriss

Einen neu gebauten Carport wieder abreißen – das droht jetzt einem Kottgeiseringer, der unbeabsichtigt zu wenig Abstand zum öffentlichen Grund eingehalten hat. Nun werden Möglichkeiten gesucht, die verfahrene Situation zu retten.

Kottgeisering – Im Herbst vergangenen Jahres hatte der Anwohner der Flurstraße den Carport mit einer Grundfläche von knapp 45 Quadratmetern und direkt daneben (einen guten halben Meter höher) einen teilweise überdachten Freisitz. Zweimal kamen Baukontrolleure des Landratsamts zur Besichtigung vorbei. Bei der ersten Kontrolle gab es noch keine Beanstandungen. Der zweite Prüfer aber nahm eine genaue Vermessung vor. Und da erfuhr der verdutzte Bauherr, dass der überdachte Teil des Freisitzes zur Grundfläche des Carports hinzugerechnet wird. Und dass er die Grenze für verfahrensfreies Bauen deshalb um 3,45 Quadratmeter überschritten hat. Doch damit nicht genug.

Als nachträglich ein Bauplan angefertigt wurde, stellte sich heraus, dass es ein weiteres Problem gibt. Der Abstand zum öffentlichen Grund ist geringer als die vorgeschriebenen 1,20 Meter. Das ergab eine digitale Flurkarte. Konkret geht es um 40 Zentimeter, die der Carport zu nahe am Gemeindegrund steht. Der Antrag des Bürgers auf Ausnahmegenehmigung stellt die Gemeinde nun vor ein Problem.

Nun hat auch die Gemeinde ein Problem

„Wir haben unsere Stellplatzsatzung bisher sehr restriktiv gehandhabt“, so Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV). Andererseits habe der Bürger nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Ohne digitaler Flurkarte wäre „sicher nie jemandem aufgefallen“, dass die Grenze zur öffentlichen Verkehrsfläche nicht da verläuft, wo sie vermutet wurde.

BV-Gemeinderätin Katrin Kronenbitter schlug vor, dem Anwohner das kleine Stück Gemeindegrund zu verkaufen, damit der Abstand eingehalten werden kann. Meissner sagte zu, Möglichkeiten zu prüfen, um das Problem auch ohne Abriss aus der Welt zu schaffen. Bis dahin hat der Gemeinderat eine Entscheidung vertagt.

von Ulrike Osman

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Melina aus Fürstenfeldbruck
Pünktlich zum nahenden Ende der Fußballsaison ist Wolfgang Lankes noch ein Volltreffer gelungen. Der Allrounder des FC Aich und seine Gattin Melanie sind stolze Eltern …
Melina aus Fürstenfeldbruck
TuS verzichtet auf höchstrichterlich angeordnetes Wiederholungsspiel
 Überraschende Wende am Dienstagabend in der Causa Spielwiederholung: Die zweite Mannschaft des TuS Fürstenfeldbruck verzichtet auf das höchstrichterlich angeordnete …
TuS verzichtet auf höchstrichterlich angeordnetes Wiederholungsspiel
Grundschule: Wenn’s brennt, wird’s eng
Mehr als 500 Kinder müssen im Brandfall schnell aus der Grundschule Olching evakuiert werden. Die Stadt legt in Sachen Evakuierungskonzept weniger Tempo an den Tag. …
Grundschule: Wenn’s brennt, wird’s eng
Freundschaft zu Livry darf was kosten
50 Jahre Städtepartnerschaft mit Livry-Gargan, das will natürlich gefeiert werden: Die Stadt hat einiges an Programm geplant. Deswegen wird jetzt der Feier-Etat um …
Freundschaft zu Livry darf was kosten

Kommentare