Rahmenplan

Kottgeisering regelt das Bauen im Ortskern

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Wie stark soll der Kottgeiseringer Ortskern nachverdichtet werden? Über diese Frage diskutierten sich die Gemeinderäte in der Sondersitzung zum Rahmenplan die Köpfe heiß. Nun soll ein Entwurf für eine Kompromisslösung vorgelegt werden.

KottgeiseringDen Ortskern prägen auf der einen Seite große, markante Gebäude, auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Baulücken. Mit einem Rahmenplan soll dieses typische Ortsbild erhalten werden. Wie weit dazu nachverdichtet werden kann, darüber herrschten im Gremium unterschiedliche Ansichten. Planerin Vera Winzinger hatte verschiedene Berechnungswege vorgelegt, mit denen die maximale Zahl von Wohnungen für jedes Grundstück errechnet werden kann, ohne dass sich das Ortsbild markant verändert.

Allen Rechnungen war eines gemeinsam, wie Oskar Ostermeir (CSU) kritisierte: „Diejenigen, die schon stark bebaute Grundstücke haben, dürfen mehr bauen, auf großen unbebauten Grundstücken darf nur wenig gebaut werden.“ Ostermeir verdeutlichte dies an zwei Flächen an der Ammerseestraße. Während auf der sehr kleinen Fläche des ehemaligen Stadels bei der Pension Klotz je nach Berechnungsmethode zwischen vier und sechs Wohnungen gebaut werden dürften, sind es auf dem vier- bis fünfmal größeren Grundstück gegenüber mit sechs bis zehn Wohnungen nur etwas mehr. „Da stimmt das Verhältnis nicht“, sagte er.

Gabi Golling (Grüne) hielt dagegen, dass man zwar mehr Wohnungen zulassen könne, „aber dann geben wir die Qualität im Ortskern auf“. Die liegt laut Winzinger auch darin, dass es immer wieder mal freie Flächen gibt und der Raum sich öffnet. Außerdem müsse man bei der Nachverdichtung bedenken, dass auch die Stellplätze irgendwo untergebracht werden können. Mit entscheidend für die Berechnung der Wohneinheiten war die von Winzinger vorgeschlagene Mindestgröße der Grundstücke von 800 Quadratmetern pro Einzelhaus. Im Rat einigte man sich letztlich darauf, diesen Wert erst einmal auf 500 Quadratmeter zu senken. Die Planerin soll nun einen Entwurf vorlegen, in dem die Auswirkungen dieser Änderung deutlich werden.

Maria Klotz (BV) hatte Bedenken, dass der Erhalt größerer Grünflächen bei Erbschaften und damit verbundenen Grundstücksteilungen zu Problemen führen könnte. Winzinger hielt dagegen: „Das kann aber nicht das Problem der Gemeinde sein.“ Die Kommune müsse ihre Planungshoheit ausüben. Die Eigentümer hätten sich eben zu informieren, welche Bebauung möglich ist und welche Werte die Grundstücke damit haben. „Dann muss das Erbe gegebenenfalls anders aufgeteilt werden.“

Des Weiteren soll auch der Bau von Doppelhaushälften erlaubt werden. Mindestgrundstücksgröße pro Hälfte hier: 400 Quadratmeter. Um Garagen direkt an der Straße zu vermeiden, dürfen diese nur bündig mit dem Hauptgebäude oder leicht zurückversetzt errichtet werden. Entlang den Hauptverkehrsstraßen sollen zur straßenzugewandten Seite hin aus optischen Gründen aufgeständerte Balkone verboten werden.

„Endgültig festgelegt ist damit noch gar nichts“, versicherte Bürgermeister Sandra Meissner ihren zum Teil sichtlich verunsicherten Räten. Winzinger soll die Punkte nun in den Entwurf einarbeiten, der dann dem Gremium zur weiteren Diskussion wieder vorgelegt wird.

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