Kottgeisering

Schadstoffe auf Baustelle für neuen Wertstoffhof

Böse Überraschung in Kottgeisering an der Baustelle des Großen Wertstoffhofes: Weil der Aushub sehr stark mit Altlasten belastet ist, explodieren die Kosten. Ein Termin zur Wiedereröffnung des gesperrten Wertstoffhofs ist derzeit nicht absehbar.

KottgeiseringSeit Ende Oktober ruht die sechs Wochen zuvor begonnene Baustelle. Stefan Mayer, der kommissarische Werkleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises, erklärt auf Tagblatt-Anfrage: „Bei der routinemäßigen Beprobung vor Abfuhr der ausgebaggerten Böden wurde festgestellt, dass sie teilweise höher belastet sind als ursprünglich angenommen.“ Wegen Standfestigkeitsproblemen musste tiefer gebaggert und damit mehr Material ausgebaut werden. „Natürlich haben wir vor Baubeginn Bodenproben entnommen – aber entweder nicht tief genug oder an der falschen Stelle“, so Mayer weiter. Teilweise sei sogar alter Müll zu Tage gefördert worden. Wenig überraschend angesichts der Tatsache, dass dort bis in die 1970er-Jahre völlig legal jeglicher Hausmüll und angeblich sogar ganze Autos in die ehemalige Kiesgrube gekippt und anschließend mit Boden überdeckt wurden.

Für die teilweise bereits abgefahrenen und zwischengelagerten Haufen müsse jetzt ein geeigneter Deponie-Ort gefunden werden, an dem auch belastetes Material abgekippt werden darf.

Bürgermeisterin Sandra Meissner (Bürgervereinigung/Freie Wähler) informierte nach der Tagblatt-Nachfrage auch den Gemeinderat. Sie sagte, dass das Landratsamt bereits informiert und ein Runder Tisch geplant sei. Der Werkausschuss werde sich am 18. November mit dem Thema befassen, am selben Tag auch der Gemeinderat. „Bis dahin werden wir belastbare Aussagen zu den Mehrkosten haben und können dann beraten, wie wir diese aufteilen“, berichtet die Bürgermeisterin. Vorläufig sei mit einer Kostensteigerung von um die 200 000 Euro netto zu rechnen.

Der Umbau des Großen Wertstoffhofes bei Kottgeisering ist seit mehr als einem Jahr geplant. Bei der ursprünglich auf 500 000 Euro taxierten Maßnahme sollen die Anordnung der Sammelcontainer optimiert und Kfz-Stellplätze gebaut werden. Ein Dach bedeckt künftig die Sammlung und Lagerung von Leichtverpackungen, zusätzlich entstehen ein Sanitärraum, ein Löschwassertank und ein Regenwassersammler. Dabei soll der Hof auch elektrisch erschlossen werden.

Der kommissarische Werkleiter wollte sich auf einen Eröffnungstermin im kommenden Jahr nicht festlegen. Die Fertigstellung sei vom Zeitpunkt des Wintereinbruchs abhängig, sagte er. (mjk)

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