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Der Discounter-Standort nach Vorstellung der Initiatoren des Bürgerbegehrens: Auf der Wiese nordwestlich der Grafrather Straße/Kreisstraße FFB 5 (im Vordergrund bis zur Straße) soll der Netto gebaut werden, im Hintergrund ist das Ampermoos mit Naturbeobachtungsturm zu sehen.

Unterschriftensammlung für Standort

170 Bürger wollen hier einen Supermarkt

Kottgeisering - Kommt es wegen der Ansiedlung eines Lebensmittel-Discounters zu einem Bürgerbegehren? Zumindest werden im Dorf Unterschriften gesammelt.

„Mit der Unterschriftenliste habe ich viel positive Resonanz erfahren“, sagte Drexler dem Tagblatt. Innerhalb von sieben Stunden sei die Liste, auf der nach Drexlers Angaben mehr als zehn Prozent der wahlberechtigten Bürger unterschrieben haben, zustande gekommen.

Die Absicht, einen Discounter im Ort anzusiedeln, ist nicht neu. Der geplante Standort an der Grafrather Straße zwischen Altort und Kreuzackersiedlung und die Dimension sind gegenüber dem schon einmal eingereichten Antrag unverändert. Der Gemeinderat hatte das Vorhaben damals – im Juni 2015 – mit knapper Mehrheit abgelehnt und es unter anderem mit der ungeeigneten Lage im Landschaftsschutzgebiet begründet.

Über einen anderen Standort nachzudenken, kam für die Vertreter von Netto aber nicht in Frage. „Seitdem ist von Seiten der Gemeinde aber nichts passiert“, mokierte sich Drexler und startete, nach seiner Aussage von vielen Kottgeiseringern dazu ermuntert, deswegen die Initiative.

Auf Tagblatt-Anfrage widerspricht Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV) energisch dem Vorwurf der Untätigkeit der Gemeinde. Eine Arbeitsgruppe habe in den vergangenen Monaten eine Fragebogenaktion vorbereitet, bei der das Einkaufsverhalten der Bürger in Erfahrung gebracht werden soll und dezidiert die Wünsche abgefragt werden. „Dabei geht es nicht um eine Entweder-Dorfladen-oder-Discounter-Frage“, sagte Meissner. „Wir haben uns dafür professionelle Unterstützung geholt und werden die Umfrage dann ergebnisoffen auswerten“, so die Bürgermeisterin weiter. Erst danach wolle man weitersehen, aber in jedem Fall punktuelle Lösungen vermeiden. Der Fragebogen soll nach Möglichkeit mit dem gemeindlichen Mai-Mitteilungsblatt an die Haushalte verteilt werden.

Zum Bürgerbegehren will Meissner erst dann Stellung nehmen, wenn ihr die Unterschriften übergeben wurden und vor allem die Zulässigkeit geprüft sei. So lange gilt der bisherige Beschluss des Gemeinderates.

Friedrich Drexler hat den Rechtsanwalt, der auch schon die Fragestellung für das Begehren ausgearbeitet hat, mit der kurzfristigen Übergabe der Unterschriftenlisten an die Bürgermeisterin beauftragt. Die Fragestellung lautet: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde alle zulässigen bauplanerischen und baurechtlichen Maßnahmen ergreift, um zwischen Ortskern und der Kreuzackersiedlung nordwestlich der Kreisstraße FFB 5 auf der Flurnummer 1340 ‚Griesbründl‘ einen Lebensmitteldiscounter anzusiedeln?“.

Vielleicht wird über das Bürgerbegehren schon am Rande der nächsten Gemeinderatssitzung gesprochen. Diese findet kommenden Montag, 11. April, ab 19.30 Uhr im Feuerwehr-Schulungsraum statt.

von Max-Joseph Kronenbitter

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