Viele Projekte müssen verschoben werden

Eine Viertelmillion Euro Überschuss im vergangenen Jahr, üppige Zuführungen zum Vermögenshaushalt, erfreuliche Aussichten auf das Finanzjahr 2017 und nach wie vor schuldenfrei. Vor diesem Hintergrund liefen die Haushaltsberatungen entspannt und ohne größere Querelen ab.

Kottgeisering– Katharina Dallmair von der Finanzverwaltung, erst wenige Tage im Amt, und Kerstin Heldeisen, die neue Kämmerin und seit wenigen Tagen im Amt, präsentierten den Gemeinderäten einen soliden Haushaltsentwurf, der vor allem deshalb so positiv ausfiel, weil die saftige Erhöhung der Wasserverbrauchsgebühren zu Beginn des Jahres 2016 durch Nachzahlungen jetzt kassenwirksam wurde. Die jahrelang defizitäre Wasserversorgung kann 2017 erstmals wieder Gewinne erwirtschaften. Wobei das Sanierungskonzept der Wasserleitungen dringend umzusetzen ist, was zwei Rohrbrüche innerhalb von drei Wochen deutlich vor Augen führen.

„Eine Kreditaufnahme ist auch heuer nicht notwendig. Die Entnahme aus den Rücklagen von nur knapp 100 000 Euro fällt deutlich geringer aus als gedacht“, so Kerstin Heldeisen. Bei genauerem Hinsehen wird allerdings deutlich, dass die Lage deshalb so entspannt ist, weil viele Projekte wie die Renaturierung des Mutterbachs im Angerbereich, der Erwerb von Grundstücken oder die Sanierung der Wasserleitungen um mindestens ein Jahr geschoben werden müssen.

Größter Einnahmeposten des Verwaltungshaushalts sollen 2017 die Einkommensteueranteile in Höhe von 1,15 Millionen Euro sein. Weitgehend konstant bleiben die staatlichen Schlüsselzuweisungen. Für die Kreisumlage als größten Ausgabeposten prognostiziert die Verwaltung gut 700 000 Euro.

Diskussionen gab es angesichts der hohen Gewerbesteuer. Mit 380 Prozent liegt die Ampermoos-Gemeinde weit über dem Kreisdurchschnitt und höher als der Landesschnitt. „Ich würde gerne ein Signal setzen und mindestens um zehn Punkte zurückgehen“, so Andreas Folger (BV). Zwar würde man immer noch nicht neues Gewerbe anlocken, aber immerhin das bestehende entlasten.

Während die Räte das Thema aber erst vor der nächsten Haushaltsberatung grundsätzlicher diskutieren wollten, konnte sich der 2. Bürgermeister damit durchsetzen, dass der Ansatz für 2017 deutlich angehoben wurde. „Die Zahlen aus den Vorjahren lassen das zu, und schlecht rechnen muss man einen Haushaltsplan ja auch nicht“, sagte Folger.

Geringfügig angehoben wurden darüber hinaus die Ansätze für den Straßenunterhalt, Regenentwässerung und Kindergartenmobiliar. 40 000 Euro hatte Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV) für die Generalsanierung der Sanitäranlagen im Kinderhaus angesetzt. Ob diese förderfähig sind, wollte sie bis zur nächsten Sitzung klären.

Unverändert übernommen wurden die Freiwilligen Leistungen an Vereine und Institutionen, sodass der Haushalt dann auch einstimmig verabschiedet wurde. mjk

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Olchings ältester Verein vor dem Aus
Seit über 140 Jahren kümmert sich der Olchinger Veteranen- und Kameradschaftsverein um Brauchtum und Geselligkeit im Ort. Doch das könnte bald vorbei sein: Olchings …
Olchings ältester Verein vor dem Aus
„Shoppen“ ist zum Schießen
Zehn Großstadt-Singles werden beim Speed-Dating aufeinander losgelassen – große Egos mit hohen Ansprüchen, für welche die Suche nach Liebe so ist wie „Shoppen“. Die …
„Shoppen“ ist zum Schießen
Stadt will alte Militär-Flugzeuge kaufen
Kampfflugzeuge im Besitz der Stadt? Freilich will Fürstenfeldbruck kein Jagdgeschwader aufstellen: Die CSU stellt sich vor, einigeausrangierte Flugzeuge in Fursty zu …
Stadt will alte Militär-Flugzeuge kaufen
Damit beim Kreuzerlmachen alles klappt
Ohne sie hätte es die Demokratie schwer. Tausende Wahlhelfer sorgen am 24. September dafür, dass die Stimmen der Bürger dort landen, wo sie hingehören. Siegfried …
Damit beim Kreuzerlmachen alles klappt

Kommentare