Zahlreiche Anlieger der Südlichen Villenstraße, Eichen- und Buchenstraße sowie der Straße Am Gereut haben eine Interessensgemeinschaft gegründet und sich am südlichen Ende des Bebauungsplangebiets getroffen. Der Plan soll jetzt geändert werden und mehr Baurecht schaffen. Dagegen regt sich Widerstand bei der IG.  FOTO: Max-Joseph Kronenbitter
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Zahlreiche Anlieger der Südlichen Villenstraße, Eichen- und Buchenstraße sowie der Straße Am Gereut haben eine Interessensgemeinschaft gegründet und sich am südlichen Ende des Bebauungsplangebiets getroffen. Der Plan soll jetzt geändert werden und mehr Baurecht schaffen. Dagegen regt sich Widerstand bei der IG.

Ihrer Ansicht nach „massive“ Bebauung

Anwohner protestieren gegen Nachverdichtung in Kottgeisering

  • vonMax-Joseph Kronenbitter
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Anwohner wollen sich gegen die Änderung des Bebauungsplanes Villenstraße Süd/ Am Gereut in Kottgeisering wehren. Hauptkritikpunkte der Interessensgemeinschaft sind die Umwandlung in ein allgemeines Wohngebiet und die „massive“ Nachverdichtung, die den Charakter des „ganz besonderen Wohngebiets“ drastisch verändern wird.

Kottgeisering – In einem Flyer, den Renate und Gerd Binnig zusammen mit anderen Anliegern kürzlich im Wohngebiet verteilt haben, informiert die Interessensgemeinschaft (IG) über die Konsequenzen der von der Gemeinde auf den Weg gebrachten Bebauungsplanänderung. Sie fordert dazu auf, schriftlich Einspruch bei der Gemeinde zu erheben.

„Der Straßenverkehr erhöht sich deutlich und die nur mit einem einseitigen Gehweg ausgestattete Villenstraße wird zu einer immer größeren Gefahrenzone“, schreibt die IG. Analog dazu rechnet man auch mit einer Zunahme der Lärmbelastung. Sorgen bereiten zudem die Zweifel, ob die Kapazität der vorhandenen Kanalisation ausreiche – zumal Gabi Wörle die Einsicht in entsprechende Pläne von der Gemeinde verwehrt wurde. Renate Binnig prognostiziert einen deutlichen Artenrückgang und einen Eingriff in den Naturhaushalt durch die zunehmende Bebauung.

Auslöser für die zweite Änderung des 1981 erstmals aufgestellten Bebauungsplanes war vor eineinhalb Jahren die Bauanfrage eines Grundstücksbesitzers, der ein deutlich über das bisher geltende Maß hinausgehendes Baurecht erreichen wollte. Der Gemeinderat nahm dies zum Anlass und will jetzt für alle Grundstücke des auch die Buchen- und Eichenstraße umfassenden Wohngebietes mehr Baurecht schaffen.

Nachverdichtung heißt dieses städtebaulich zunehmend propagierte Planungsinstrument. Interessant ist es gerade für Gemeinden wie Kottgeisering, deren Entwicklungsmöglichkeiten an den Ortsrändern infolge zahlreicher Natur- und Landschaftsschutzgebiete eingeschränkt sind. „Wir sind nicht generell gegen die Nachverdichtung“, sagt Harald Müller. „Aber sie darf nicht so massiv sein und darf nicht den Charakter des Gebiets verändern.“ Dort gebe es viele alte und einige denkmalgeschützte Häuser mit wunderbaren Gärten.

Georg Kleemann stört sich vor allem an dem großen Sprung zwischen derzeitigem und künftigen Baurecht, das eine Verdreifachung auf drei Wohneinheiten bedeuten würde. Dazu kommt, dass es nicht vorgesehen sei, die Gebäudehöhe an den Ortsrändern zu reduzieren. Gerd Binnig vermisst bei den Veränderungen die Transparenz und eine Vorher-Nachher-Gegenüberstellung.

Diese Gegenüberstellung lieferte stattdessen die IG für die Umwandlung von einem „Reinen“ in ein „Allgemeines“ Wohngebiet auf ihrem Flyer. Daraus geht hervor, dass es künftig einen geringeren Lärmschutz und auch weniger Förderung von Lärmschutzmaßnahmen geben soll. „Angesichts der bereits angekündigten, deutlichen Zunahme des Güterzugverkehrs nach Elektrifizierung der Strecke in die Schweiz eine schlechte Nachricht“, fand Maria Gottwald.

Bürgermeister Andreas Folger (BV) betonte auf Tagblatt-Anfrage, dass der Gemeinderat wegen der besorgten Stimmen aus dem Kreis der Eigentümer bereits mit einer reduzierten Grundflächenzahl von 0,25 statt 0,3 ins Rennen gegangen sei. „Wir sind derzeit noch am Anfang des Verfahrens und in einem Findungsprozess“, so der Bürgermeister.

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