Neubau im Gespräch 

Zu wenig Platz für Kinder in Kottgeisering

Die Betreuungsplätze reichen nicht: Sechs Kinder haben im kommenden Jahr im Ort keinen Kindergartenplatz.

Kottgeisering – Den betroffenen Familien wurden Plätze im nahegelegenen Eching (Landkreis Landsberg) angeboten. Doch es sind auch andere Optionen im Gespräch: eine Großtagespflege, ein Waldkindergarten und – langfristig – ein Neubau.

Aus dem Gemeinderat kam zunächst Kritik daran, dass die Zahlen nicht schon früher vorgelegt wurden. „Jetzt haben wir kaum noch die Möglichkeit, vernünftig zu reagieren“, schimpfte Oskar Ostermeir (CSU). Und Fraktionskollege Florian Lutzenberger, selbst ein betroffener Vater, merkte an, es sei „kein Ruhmesblatt für die Gemeinde, dass wir die Kinder in andere Landkreise verteilen müssen“.

Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV) unterstrich die Vorteile der Echinger Einrichtung. Der Träger sei der gleiche wie in Kottgeisering, das Konzept ähnlich, die Gebühren etwas günstiger, das Essen ein bisschen teurer. Die Entfernung betrage nur fünf Kilometer.

Lutzenberger wollte jedoch wissen, was passieren würde, wenn in den nächsten Jahren auch in Eching die Plätze knapp werden sollten: „Fallen die Kottgeiseringer Kinder dann wieder heraus?“ Ein solches Schreckensszenario sei unwahrscheinlich, erwiderte Gerald Kubik vom Trägerverein Fortschritt. Ganz ausschließen konnte er es aber nicht.

Wenn genügend Familien Interesse haben, kann sich Meissner auch eine Großtagespflege vorstellen – also die Betreuung einer Kindergruppe durch eine Tagesmutter. Als Raum komme das ehemalige Trauzimmer der Gemeinde in Frage. Außerdem soll der Bedarf nach einem Waldkindergarten abgefragt werden. Dieser hätte den Vorteil, dass er relativ schnell und günstig einzurichten wäre. Bedarfsspitzen ließen sich auf diese Weise abfangen.

Langfristig favorisiert die Bürgermeisterin jedoch eine große, sprich bauliche Lösung. Und da das bestehende Kinderhaus aus Platz- und Brandschutzgründen nicht erweitert werden kann, würde dies einen Neubau bedeuten. Ein möglicher Standort wäre am Keckweg, wo die Gemeinde ein Grundstück besitzt. Hier würde Meissner in der Zukunft am liebsten die komplette Kinderbetreuung zusammenführen. „Die große Lösung macht uns zukunftsfähig“, sagte sie.

Aus dem Gremium kamen dazu positive Stimmen. „An den Kindern darf man nicht sparen“, fand Kirstin Kortländer (CSU). „Wir werden Geld in die Hand nehmen müssen“, stimmte Stefan Schleibner (SPD) zu. Unsicher ist die Entwicklung des zukünftigen Bedarfs. Um die Investition in einen Neubau zu rechtfertigen, hätte Meissner gern ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die mittelfristig zu erwartenden Kinderzahlen beleuchtet. Davon hielt der Gemeinderat jedoch nichts. Auch ohne Gutachten könne man davon ausgehen, dass der Ort – und damit auch der Kinderbetreuungsbedarf – wachsen werde.

Meissner selbst erklärte, es gingen derzeit viele Bauanträge über ihren Tisch. „Es passiert eine Nachverdichtung im Ort.“ Außerdem laufe derzeit eine Befragung zum Thema Einheimischenbauland. Die Ergebnisse sollen im September vorliegen. Man kam schließlich überein, dass die Verwaltung aufgrund der Einwohnermeldezahlen eine Prognose erstellen soll. Je nachdem, wie diese ausfällt, will Meissner möglichst bald die Weichen für einen Kindergartenneubau stellen.

Von Ulrike Osman

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Was die Grießnockerl-Affäre mit einem Sack Popcorn zu tun hat
Popcorn, Softdrink und... Grießnockerlsuppe? Mit ungewöhnlicher Verpflegung ausgestattet strömten die Filmfans in den Kinosaal um den aktuellen Eberhofer-Krimis …
Was die Grießnockerl-Affäre mit einem Sack Popcorn zu tun hat
Plakate beschmiert: SPD erstattet Anzeige
Die SPD in Gröbenzell beklagt, dass diverse Wahlplakate verschiedener Parteien verunstaltet worden sind. Es wurde Anzeige erstattet.
Plakate beschmiert: SPD erstattet Anzeige
15-Jähriger will in Pizzeria einbrechen
Die Polizei hat am Freitrag in der Früh um 4.45 Uhr dank der Aussage eines Zeugen einen 15-Jährigen festgenommen. Er hatte zuvor versucht, in eine Pizzera an der …
15-Jähriger will in Pizzeria einbrechen
A 96: Brückenschlag zur Kaserne
Die Arbeiten zum sechsstreifigen Ausbau der Lindauer Autobahn inklusive einer Lärmschutzgalerie bei Germering liegen voll im Plan. Wegen des Neubaus der Brücke am Ende …
A 96: Brückenschlag zur Kaserne

Kommentare