Der Damm zur Regenwasserrückhaltung auf der Wiese würde entlang der parallel zu den Gleisen verlaufenden Straße führen.
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Der Damm zur Regenwasserrückhaltung auf der Wiese würde entlang der parallel zu den Gleisen verlaufenden Straße führen.

Aus dem Gemeinderat

Mulde soll Wasser von Kottgeisering fernhalten

  • vonMax-Joseph Kronenbitter
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Bereits vor acht Jahren ist in Kottgeisering ein Konzept zur Hochwasserrückhaltung erstellt worden. Doch die Umsetzung scheiterte: Privatleute wollten dafür keine Grundstücke hergeben. Jetzt kann die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen.

Kottgeisering – Bei starkem Regen fließt Oberflächenwasser von den westlichen Hängen in den Ort. Das ist schon lange ein Problem. Überschwemmte Keller und der über das Ufer tretende Mutterbach sorgen immer wieder für Feuerwehr-Einsätze.

Deshalb hatte Landschaftsplaner Uwe Schmidt in einem Konzept Lösungsmöglichkeiten genannt. Es gilt, die Regenmengen schon weit vor dem Ort zurückzuhalten. Das bringe mehr, als nur die Kapazität des Bachs oder die Querschnitte der straßenbegleitenden Entwässerungsgräben zu erhöhen. Daher wurde vorgeschlagen, an verschiedenen Stellen westlich des Dorfes Mulden auszubilden. Sie sollen bei Starkregen den Wasserabfluss durch den Ort Richtung Ampermoos zeitlich verzögern.

Doch dafür wollte kein Landwirt seinen Grund zur Verfügung stellen – obwohl der Flächenbedarf minimal wäre, die theoretisch kurzzeitig überflutete Fläche landwirtschaftlich nach wie vor genutzt werden könnte und Entschädigungszahlungen in Aussicht gestellt wurden. Durch einen Grundstückskauf ist jetzt die Gemeinde selbst Besitzer einer in Frage kommenden Fläche, etwa 1,3 Hektar groß.

Der Landschaftsplaner sollte für das Areal eine Mulde planen. Je nach Höhe des notwendigen Dammes skizzierte Schmidt drei Varianten. In der Maximallösung würden 7613 Kubikmeter Niederschlagswasser zurückgehalten. In diesem Fall wäre der Damm an der höchsten Stelle rund zwei Meter hoch.

„Als Maßnahme der Dorferneuerung würde das Amt für Ländliche Entwicklung den Bau mit bis zu 70 Prozent der Kosten fördern“, berichtete Bürgermeister Andreas Folger (Bürgervereinigung). Voraussetzung sei, dass das Projekt formell der Regenwasserrückhaltung diene und nicht dem Hochwasserschutz.

Gabi Golling (Grüne) und Kirstin Kortländer (CSU) sahen darin ein Modellprojekt und schlugen vor, selbiges auch anderen Grundstückseigentümern schmackhaft zu machen. Das wäre laut Folger nach entsprechender Ausweitung des Dorferneuerungsgebietes und Bezuschussung auch durch die Gemeinde durchaus möglich und gewünscht: „Solche Eingriffe sind naturverträglich.“

Manfred Ziegler (CSU) erinnerte daran, dass das Wasser schon immer ein Problem in Kottgeisering gewesen sei, aber dies ein erster kleiner Schritt wäre. Folger will jetzt auf die Teilnehmergemeinschaft der Dorferneuerung zugehen und um weitere Behandlung des Projekts bitten.

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