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Termin bei der Polizei 

Nach dem Baumfrevel: Nachbar spricht von Missverständnis

 Die umfangreichen Fällungen auf dem Grundstück eines Nachbarn in der Kreuzackersiedlung waren offensichtlich ein Missverständnis zwischen dem nördlichen Nachbar, Bernd Reif, und dem Grundstücksbesitzer, Eckart Kuscher. Dies ist aus einer Stellungnahme zu entnehmen, die dem Tagblatt vorliegt.

Kottgeisering – „Die zu fällenden Bäume wurden gemeinsam mit dem Grundstückseigentümer markiert. Dabei wurde vereinbart, dass ich die Kosten übernehme und einen Gärtner mit der Fällung beauftrage“, schreibt Nachbar Reif.

An der Markierung besteht kein Zweifel, wie Kuscher bestätigt. „Sie sollte dazu dienen, die Wünsche des Nachbarn zu kennen, um dann einen Experten zu befragen, was davon zu halten ist“, erklärte er auf Nachfrage. Von einer mit der Markierung erfolgten Freigabe sei nie die Rede gewesen. „Vielmehr habe ich ausdrücklich erklärt, mir die Sache daraufhin überlegen zu wollen“, so der Grundstücksbesitzer weiter.

Der Tagblatt-Bericht hatte hohe Wellen geschlagen. Die Reaktionen in Online-Kommentaren auf ffb-tagblatt.de reichten von strenger Bestrafung „des Baumfrevels“ und maximaler Ersatzpflanzung bis hin zu der Feststellung, dass Bäume dieser Größenordnung in einem Siedlungsgebiet nichts verloren hätten.

Ähnlich äußerte sich auch der westlich angrenzende Nachbar Josef Ramsauer, der das Grundstück samt Haus „als verwahrlost und mit Gestrüpp überwucherte Waldfläche“ beschreibt. „Die anfänglich kleinen Tannen entwickelten sich zu monströsen Bäumen, mehr als 20 Meter hoch“, schreibt Ramsauer. Seine mehrfach geäußerten Sorgen in Bezug auf mögliche eigene Schäden durch unwetterbedingt umfallende Bäume seien ungehört verhallt.

„Diese rücksichtslose Vorgehensweise gegenüber einem Nachbarn ist alles andere als ein gut nachbarschaftliches Verhalten“, meint Ramsauer. Sich auf einen naturschonenden Eingriff zu berufen sei „scheinheilig“, die Verwahrlosung habe nichts mit Natur zu tun, denn die Natur sei es wert, gepflegt zu werden.

Kuscher entgegnet, dass ihm die Hände gebunden seien. „Rechtlich bin ich zwar Eigentümer. Meine Eltern haben mit der Überschreibung aber notariell beauflagt, dass es zu ihren Lebzeiten keine Veränderung an Haus und Grundstück oder gar einen Verkauf geben dürfe.“ Weil sein Vater dement sei, sei diese Auflage mittlerweile auch nicht mehr verhandelbar. „Ehrlich gesagt bin ich ziemlich ratlos, was jetzt zu tun ist“, sagt Kuscher.

Eine Klärung könnte der Termin bei der Polizei in der nächsten Woche herbeiführen. Dabei geht es in erster Linie um seine Anzeige wegen Sachbeschädigung und Landfriedensbruch.

Früher oder später muss wohl auch das Chaos aufgeräumt werden, sonst fällt womöglich der Borkenkäfer über die Reste der gefällten Bäume her – und dann ist neuer Ärger mit den Nachbarn vorprogrammiert. Die noch verbliebenen Serbischen Fichten und Blautannen sind auch kein Anblick mehr; ob sie einem Sturm standhalten, ist fraglich.

Ramsauer hat zudem beobachtet, dass die ersten Asbestplatten von der Fassade des Kuscher-Hauses fallen. „Diese der Natur überlassene Asbestentsorgung ist anscheinend auch ein naturschonender Weg“, stellt er sarkastisch fest. Max-Joseph Kronenbitter

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