Zweiter Horst geplant

Noch ein Storchennest für Kottgeisering

Im vergangenen Sommer haben sich viele Störche im Gemeindegebiet aufgehalten. Ein Pärchen hat sogar erfolgreich gebrütet. Daher soll jetzt ein zweiter Horst aufgebaut werden. In der Diskussion sind zwei Standorte: das alte Rathaus und die alte Schule.

Kottgeisering – Eine Arbeitsgruppe um Dieter Eder und Willi Huß ist sich einig: Das Nest auf einem Feldstadel südlich des Dorfes taugt nicht für Meister Adebars Nachwuchs. Noch nie in den vergangenen Jahren nutzten die Störche es zum Brüten. Im Horst auf dem Schlauchturm der Feuerwehr gab es dagegen einen erstmaligen Bruterfolg. Eder vermutet, dass weniger die Entfernung zu den (Mäuse-)Jagdgründen in den sumpfigen Wiesen am Rande des Ampermooses entscheidend für die Brut der Störche ist, sondern vielmehr eine von Menschen besiedelte Umgebung. „Wir müssen das zweite Nest in das Dorf holen“, ist Dieter Eder überzeugt.

Die Nachfrage wäre sicher da – auch wenn der erste in Kottgeisering geborene Storch wohl erst dann wieder komme, wenn er geschlechtsreif ist. Jenen Vogel und seine Eltern hatte Eder intensiv bis zu seinem Abflug aus dem Nest im August beobachtet.

Willi Huß berichtete dem Gemeinderat, dass man sich bei der Standortsuche auf gemeindeeigene Gebäude beschränkt hatte: das alte Rathaus, heute Bücherei oder der jetzige Kindergarten. „Dessen Dach ist gedämmt, deswegen könnte es schwierig werden, die Stahlkonstruktion durch die Dachhaut zu führen“, erklärte Huß. Deswegen käme wohl eher das Büchereidach in Frage, das mit kaum 100 Metern Entfernung vom ersten Horst über eine Sichtbeziehung zwischen den beiden Nestern verfüge.

Einziges Problem hier: die Sirene auf dem Dachfirst, die mindestens einmal im Monat beim Probealarm einen ziemlichen Lärm verursacht. Deswegen soll vorher ein Storchenexperte und die Untere Naturschutzbehörde zu Rate gezogen werden. Prinzipiell geeignet wäre sicher auch noch das Dach des alten Pfarrhauses, das aber unter Denkmalschutz steht und der Kirche gehört.

Womöglich gibt es eine rechtliche Hürde, wenn man das vorhandene Nest einfach auf ein neues Dach montieren möchte. wie Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV) im Gemeinderat berichtete: „Der Landschaftspflegeverband hatte das damals mit Zuschüssen finanziert, deswegen müssen wir klären, ob das zulässig ist.“ Wenn nicht, wäre die Gemeinde auch bereit, die geschätzten Kosten von maximal 3000 Euro zu übernehmen und ein neues Nest anfertigen zu lassen. Und auch viel Eigenleistung aus der Bevölkerung gilt als gesichert.  mjk

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