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Der Fahrer eines Porsche Cayenne und ein Rennradler gerieten sich zwischen Türkenfeld und Kottgeisering in die Haare. 

Unerwartete Wende vor Gericht

Porschefahrer greift Radler mit Schlagstock an

Der Fahrer eines mehr als 200 PS starken Porsche Cayenne und ein Rennradler waren sich zwischen Türkenfeld und Kottgeisering in die Haare geraten. Das endete ziemlich brutal. 

Westlicher Landkreis – Radler und Autofahrer kommen sich immer wieder in die Quere. Die Motorisierten fühlen sich am schnellen Weiterkommen gehindert, Radfahrer durch Raser gefährdet. So auch im Juli vergangenen Jahres. Der Fahrer eines mehr als 200 PS starken Porsche Cayenne und ein Rennradler waren sich zwischen Türkenfeld und Kottgeisering in die Haare geraten. Die Auseinandersetzung hatte den 62-jährigen Porschefahrer wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung auf die Anklagebank des Brucker Amtsgerichtes gebracht.

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Der Rennradler und seine Begleiterin fuhren an dem Juliabend nebeneinander Richtung Kottgeisering, als sie von hinten von dem Porschefahrer angehupt wurden – lange und aufdringlich, wie der Radler sich erinnerte. Zur Seite fuhr er aber nicht. Denn in diesem Moment kam ein anderes Auto entgegen und er wollte verhindern, dass er bei Gegenverkehr auf einer 5,50 Meter breiten Straße überholt wird. Als der Porsche dann überholte, ging das Beifahrerfenster hinunter und die beiden beschimpften sich. Nachdem der Porsche vorbeigefahren war, habe dieser gebremst so der Radler. Er habe ihm dann mit der flachen Hand auf die Motorhaube geklatscht.

Das Verfahren nahm eine unerwartete Wendung

In Kottgeisering trafen die Streithähne dann erneut aufeinander – diesmal blieb es aber nicht bei einer verbalen Auseinandersetzung. Der Porschefahrer attackierte den Sportler laut Anklage mit einem Teleskopschlagstock und verpasste ihm zwei Schläge – einen auf den Oberschenkel, einen auf den Oberarm. „Ich habe richtig eine mitgekriegt“, erinnerte sich der Radler vor Gericht.

Dass er zum Schlagstock gegriffen hatte, gestand der 62-Jährige auch ein und bereute dies zutiefst. Den Vorfall aber schilderte er gänzlich anders. Der Rennradler habe vielmehr ihm den Stinkefinger gezeigt, als er gehupt habe. Er habe gegen seinen Wagen getreten, ihn angespuckt, geschubst und sei mit dem Kopf voran auf ihn los, woraufhin er zugeschlagen habe. Der Radfahrer wies die Anschuldigungen allerdings von sich.

Das Verfahren nahm dann eine unerwartete Wendung. Der Rechtsanwalt des 62-Jährigen hatte auf eine Einstellung des Verfahrens mit anschließendem Täter-Opfer-Ausgleich und einer Schmerzensgeldzahlung von 500 Euro gehofft. Dafür sei aber ein Geständnis des Angeklagten Voraussetzung, erklärte der Anwalt des Radlers.

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Der Richter setzte das Verfahren aus und verwies es an das Schöffengericht. Denn der gefährliche Eingriff in den Straßenverkehr stelle ein Verbrechen dar, und dafür sei ein Einzelrichter nicht zuständig.  

sus

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