Schonzeit im Ampermoos: Daniel Paul und Adrian Schäufele (oben, v.l.) sind während ihres Freiwilligen Ökologischen Jahres auch für das Aufstellen der Hinweisschilder zuständig – hier am Vogelturm in Kottgeisering.
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Schonzeit im Ampermoos: Daniel Paul und Adrian Schäufele (oben, v.l.) sind während ihres Freiwilligen Ökologischen Jahres auch für das Aufstellen der Hinweisschilder zuständig – hier am Vogelturm in Kottgeisering.

Schonzeit steht an

Schilderoffensive bei Kottgeisering – damit die Tiere im Ampermoos Ruhe haben

  • vonMax-Joseph Kronenbitter
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Mit eine regelrechten Schilderoffensive soll den Tieren im Ampermoos etwas Ruhe verschafft werden.

Kottgeisering – Jetzt beginnt sie wieder: die Schonzeit für Wild und Wiesenbrüter im Ampermoos. Während die Jäger das wissen und sich daran halten, richten sich mehrere Hinweisschilder an Spaziergänger und Freizeitsportler, bei denen sich das noch nicht herumgesprochen hat.

„Unser Leben hängt an deiner Leine“ steht auf einem kleinen Plakat, das Jägerin Melanie Althans kürzlich an sämtliche Hundebeutel-Stationen im Gemeindegebiet gepappt hat. Darüber das Foto eines frisch geborenen Rehkitzes. Dass die Hundebesitzer Adressaten dieser Feststellung sind, ist klar – subtiler dagegen der damit verbundene Appell. „Ich wollte nicht einfach plump ,Leinenzwang für Hunde‘ schreiben, sagt die Kottgeiseringerin. „Denn darauf reagieren die meisten nicht mehr.“ 30 bis 40 Prozent der Hundebesitzer würden ihrer Schätzung nach ihren Hund einfach so laufen lassen. Die meisten davon seien Einheimische, die bewusst gegen die Anleinpflicht verstoßen. Oder die einfach das Gartentor auflassen, so dass sich der Hund selber Gassi führt.

Einige wenige seien dagegen nicht ortskundig und aus Neugierde auf das überörtlich bedeutsame Ampermoos erstmalig hier unterwegs. „Da kann man es vielleicht noch glauben, dass sie die kleinen Schilder übersehen, auf denen auf den Leinenzwang hingewiesen und sogar der entsprechende Paragraph in der Landschaftsschutzgebietsverordnung genannt wird“, sagt Althans.

Jägerin Melanie Althans bittet mit Hinweiszetteln an den Hundekotstationen die Hundebesitzer, ihre Tiere an die Leine zu nehmen.

Im Landschaftsschutzgebiet gilt automatisch auch der Leinenzwang. Nicht so im Naturschutzgebiet, das sich im Kottgeiseringer Fall an das Landschaftsschutzgebiet weiter Richtung Amper unmittelbar anschließt. Auf den Schildern, die Julia Pohl zusammen mit Daniel Paul und Adrian Schäufele aufgestellt hat, ist lediglich die Bitte formuliert, die Hunde anzuleinen. Julia Pohl, in der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt für den Artenschutz zuständig, erklärt das so: „Nachdem im Naturschutzgebiet Ampermoos von 15. März bis 15. Juli sowieso ein Betretungsverbot gilt, ist der Leinenzwang hinfällig.“ Ausgenommen vom Betretungsverbot sind Wege durch das Naturschutzgebiet.

Problem ist nur, dass sich in vielen Fällen durch widerrechtliches, mehrfaches Begehen ein Trampelpfad gebildet hat, den viele dann als „Weg“ ansehen, den sie freilich nicht verlassen. Um auch das zu unterbinden, haben Melanie Althans und der Jagdaufseher Peter Legler Flatterbänder über die häufigsten Trampelpfade ins Ampermoos gespannt.

„Wir haben auch schon überlegt, die Betonrohre, die ein Überqueren der Bäche und Gräben ermöglichen, während der Sperrzeit des Naturschutzgebietes auszugraben“, ergänzt Pohl. Das sei aber ein zu großer Aufwand.

Ziel der Schilderoffensive ist, der Fauna im Naturschutzgebiet während der Setz- und Brutzeit maximale Ruhe zu verschaffen. Denn schon ein einzelner Spaziergänger ohne Hund würde die sensiblen und seltenen Wiesenbrüter wie den Großen Brachvogel stören.

Freilich gibt es auch natürliche Störenfriede im Moos – doch denen sind die Jäger zu Leibe gerückt: „Wir haben 35 Füchse erlegt, ein Mehrfaches im Vergleich zu den Vorjahren“, berichtet Althans. Gleich geblieben ist der Jagderfolg bei den Krähen (40), die genauso wie Wildschweine Brachvogel-Gelege plündern. Doch nach großen Abschusserfolgen in den Jahren zuvor, sei zuletzt viel weniger Schwarzwild erlegt worden.

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