Projekt in der Ortsmitte

Senioren wohnen wie gewohnt

Kottgeisering - Das Projekt Seniorenwohnen hat die nächste Hürde genommen. Nach der grundsätzlichen Zustimmung im Gemeinderat wurden nun Vorstandschaft und Aufsichtsrat bestimmt.

Johann Gschwendtner, Klaus Dönges und Peter Gallenmüller bilden die Spitze der Genossenschaft, im Aufsichtsrat sitzen Friedrich Leidolf, Kurt Eberle und Nada Kluge. Die Satzung samt Geschäftsordnung und Rentabilitätsberechnung wurden beim Verband der Bayerischen Wohnbaugenossenschaft zur Prüfung eingereicht.

Zweck dieser Genossenschaft ist es, den älteren Menschen weiterhin ein Leben im gewohnten nachbarschaftlichen Umfeld zu ermöglichen. Die altersgerechte Wohnanlage soll südlich vom Rathaus entstehen. Das Modell, bei dem die Genossenschaft per Erbpachtvertrag mit der Gemeinde das Grundstück erhält, sichert ein lebenslanges Wohnrecht zu einem erschwinglichen Preis.

„Es gewinnt aber auch die Gemeinde, weil sie die Pachteinnahmen für andere Zwecke investieren kann und vor allem, weil durch frei werdende Häuser dringend benötigter Wohnraum für Jüngere geschaffen wird“, erklärt Gschwendtner. In dem Karree mitten im Ortszentrum lagert die Jagdgenossenschaft derzeit ihre landwirtschaftlichen Geräte, es gibt einen kleinen Wertstoffhof. Die beiden Räume in dem vor dem Abriss stehenden kleinen Häuserl waren schon mal von einer Kindergruppe und der Jugend genutzt, stehen seit Jahren aber leer.

Architekt Ulrich Hackl hatte bereits einen Vorentwurf für die aus mindestens zwei Häusern bestehende Anlage vorgestellt und anhand einer historischen Aufnahme nachgewiesen, dass sich die räumliche Situation an die Vergangenheit anlehnt. Ende der 1980-er Jahre stand anstelle von Rathaus und Feuerwehr ein landwirtschaftliches Anwesen mit mehreren Gebäuden. In der künftigen Hausgemeinschaft sollen alle Nutzer eine eigene abgeschlossene Wohnung haben. Etwa 19 Einheiten sind geplant.

Die Außenanlagen werden als Treffpunkt in der Ortsmitte geplant, auch die Feuerwehr behält eine ausreichend große Fläche für Ihre Übungen. Dennoch ist das Projekt im Ort umstritten. Kritiker würden die Senioren eher am Ortsrand ansiedeln und möchten den – bis auf die gelegentlichen Feuerwehrübungen nur einmal im Jahr zum Dorffest genutzten – Platz unverändert lassen.

Sobald die Prüfung der eingereichten Unterlagen abgeschlossen und die Genossenschaft eingetragen ist, lädt der Vorstand die Bürger zu einer Infoveranstaltung ein und stellt die Modalitäten für eine mögliche Beteiligung an der Genossenschaft vor. Gschwendtner betont, dass sie grundsätzlich allen Kottgeiseringern offen steht.

von Max-Joseph Kronenbitter

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