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Kontrolle der Nistkästen: Korbinian Weidemann

Landesbund für Vogelschutz

Sie geben der Schleiereule einen Nistplatz

Kottgeisering – Schleiereulen, Turmfalken und Dohlen haben immer weniger Nistplätze. Scheunen und Kirchtürme werden oft so dicht gemacht, dass keine Schlupflöcher für die gefährdeten Tiere mehr bleiben. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) stellt deshalb Nistkästen auf. Doch er braucht dabei Unterstützung.

 Bei einem Pressetermin auf dem landwirtschaftlichen Hof des Kottgeiseringers Erich Klas herrscht freudige Aufregung bei den LBV-Vertretern. „Wir haben gerade eine Schleiereule gesehen“, erzählt Gabriele Meise vom LBV-Arbeitskreis „Großnistkästen“. Das ist durchaus etwas Besonderes, denn, die Tiere stehen auf der Roten Liste und sind in der Region nur noch selten anzutreffen, wie die LBV-Vertreterin sagt.

Die Eule

Immer mehr Scheunen und Kirchtürme würden praktisch hermetisch abgeriegelt. Im Inneren könnten die Vögel nisten. „Aber sie kommen gar nicht mehr erst hinein“, sagt Meise. Deshalb hat der LBV im gesamten Landkreis mehr als 100 Nistkästen aufgestellt, in denen Schleiereulen – aber auch Turmfalken oder Dohlen – die Möglichkeit haben, ihre Nester zu bauen.

Die an Scheunen und Kirchtürmen angebrachten Kästen werden regelmäßig auf Bruterfolge kontrolliert. Außerdem müssen sie ab und an instand gesetzt werden. Die Helfergruppe, die das übernommen hatte, war aus Altersgründen zunehmend geschrumpft. Zuletzt betreuten nur noch drei Personen die Nistkästen, die von der Furtmühle bis nach Grafrath zu finden sind. Doch dank einer Aktion mit der TV-Sendung Glücksspirale sind nun rund 20 neue Helfer im Landkreis unterwegs.

Einer von ihnen ist Korbinian Weidemann aus Kottgeisering. Eine Seminararbeit an der Schule hat das Interesse an der Vogelkunde geweckt. Für den LBV bietet der 21-Jährige bereits Führungen zu einer anderen Vogelart an: der Kornweihe. Nun auch noch die Nistkästen in der Region um Kottgeisering im Auge zu behalten, war für ihn keine große Entscheidung. „Ich bin ja eh von hier“, sagt er. Außerdem halte sich der Aufwand in Grenzen. „Meistens muss man nur schauen, ob und welche Vögel bei den Kästen aus- und einfliegen“, so der 21-Jährige.

Gegebenenfalls muss er die Holzkästen – zwei davon hängen in einer Scheune am Hof von Erich Klas – reparieren. Und ab und an muss er die Holzverschläge auch von Nistmaterial befreien. Das machen die meisten Vögel zwar selbst. „Vor allem die Dohle bringt aber mehr Material hinein, als sie wieder rausschafft“, erklärt Meise

Beim Pressetermin bringt Weidemann diesmal einen besonderen Fund mit: ein Gewölle. Das sind Überreste der gefressenen Tiere, die die Vögel wieder hochwürgen. Das Gewölle, das Weidemann gefunden hat, bestätigt ebenfalls, dass Schleiereulen in den Kästen nisten, denn es enthält Skelettüberreste von Mäusen. „Schleiereulen können keine Knochen verdauen, Turmfalken dagegen schon“, erklärt Meise.

Obwohl es neben den Helfern im Bereich von Grafrath, Kottgeisering und Schöngeising bereits weitere Gruppen zum Beispiel in Germering und Olching gibt, sucht der LBV weiter nach Unterstützung. Wer mithelfen will, wird von den erfahrenen Nistkästenbetreuern unterstützt und bekommt fachliche Schulungen. Auch für den nötigen Versicherungsschutz und alle Arbeitsmaterialien ist gesorgt.  (ad)

Helfer gesucht:

Wer sich dem Arbeitskreis des LBV anschießen will, kann sich bei Rita Verma unter Telefon (01 72) 2 95 99 34 oder per E-Mail an r-verma@lbv.de informieren.

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